Kunrau l Es war an alles gedacht: Küche, Schlafkammer, Badezimmer. Und das unter freiem Himmel. Auf dem Gelände des Kunrauer Freibades haben vier Jugendfeuerwehren aus der Samtgemeinde Brome ihr diesjähriges Zeltlager verbracht - und sich pudelwohl gefühlt. Fast wie daheim.

Mit dabei waren 26 Kinder beziehungsweise Jugendliche der Jugendfeuerwehren Altendorf, Parsau/Kaiserwinkel, Ehra-Lessien und Hoitlingen/Tiddische/Bergfeld. Die Lagerleitung oblag Axel Wiegmann aus Altendorf. Als weitere Betreuer standen ihm Patrick Polle für Parsau/Kaiserwinkel, Svenja Brennecke und Dennis May für Hoitlingen/Tiddische/Bergfeld sowie Kathrin Grimm, Volker Jahn und Florian Lange aus Altendorf zur Seite.

„Es ist das fünfte Mal seit 1999, dass wir unsere Zelte hier in Kunrau aufschlagen“, erzählte Volker Jahn im Gespräch mit der Volksstimme. Und warum in der Altmark und nicht zum Beispiel in Brome? „Weil sonst wohl viele abends nach Hause gehen würden. Aber wir wollen ja, dass alle zusammenbleiben. Das ist gut für die Kameradschaft“, berichtete Jahn. „Trotzdem ist es nah genug, sodass wir mal eben zurückfahren können, wenn was vergessen wurde“, fügte Axel Wiegmann hinzu.

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Vier Kühlschränke

Das ist aber kaum anzunehmen, da in acht Pkw-Anhängern und drei Gummiwagen eine Unmenge an Ausstattung mit nach Kunrau gebracht wurde. Dazu gehörten neben mehreren Zelten unter anderem auch vier Kühlschränke, zwei Herde (Elektro und Gas), eine Geschirrspülmaschine, Tische, Bänke, eine Hüpfburg, die auch alle anderen Badegäste nutzen durften, Feldkojen und sogar eine TV-Satellitenschüssel. „Für den Aufbau des Lagers haben wir vier Stunden gebraucht“, erinnerte sich Patrick Polle.

Das Zeltlager dauerte eine Woche. Die jungen Brandbekämpfer erlebten viel: Otterzentrum in Hankensbüttel, Phaeno in Wolfsburg, Heide-Park in Soltau. Dazu ein Orientierungsmarsch rund um Kunrau, 3,42 Kilometer lang. Unterwegs sollten 35 Fragen beantwortet werden. „Themen sind Feuerwehr, Allgemeinwissen und Fragen zu den Tagesausflügen. Die Kids sollen ja auch was lernen“, betonte der Lagerleiter. Und mit anpacken. Auf Listen war eingetragen, wer Küchen- oder Hofdienst hat. „Frühstück und Abendbrot machen wir selber“, erklärte Patrick Polle.

Übrigens, so erläuterten die Betreuer, gibt es in der Samtgemeinde Brome ähnliche Probleme, den Nachwuchs für die Feuerwehr zu begeistern wie anderswo auch, wobei das von Ort zu Ort unterschiedlich ist. „Zusammen mit Benitz haben wir in Altendorf nur knapp 300 Einwohner, aber 10 bis 14 Jugendliche. Damit sind wir ganz zufrieden“, sagte Volker Jahn.

„Bei uns in Parsau/Kaiserwinkel geht einer von fünf in die aktive Feuerwehr“, ergänzte Patrick Polle. „Der Übergang kann schwierig werden, auch wegen der beiden L‘s, Lehre und Liebe“, scherzte Jahn. Und: "Wir kommen gerne wieder nach Kunrau. Es ist perfekt hier."