Klötze l 24 Geschäfte und Büros gibt es an der Oebisfelder Straße in Klötze. Doch von diesen 24 Geschäften stehen seit geraumer Zeit acht Immobilien leer. Zuletzt schloss auf Grund eines Todesfalls das Elektronikgeschäft. Damit hat sich die Zahl der geschlossenen Läden auf insgesamt acht erhöht.

Gastronom Klaus Hilmer, der den Braunschweiger Hof betreibt, sieht die Gründe für die Geschäftsschließungen bei den Klötzern selbst. „Die fahren zum Einkaufen woanders hin. Da ist es kein Wunder, dass die Geschäfte keinen Umsatz machen und dann als Folge schließen müssen“, meint er. Familie Hilmer hat das frühere PUG-Textilkaufhaus gleich neben dem Braunschweiger Hof gekauft. Auch der daneben stehende, damalige „Tausend kleine Laden“ ist im Besitz der Gastronomenfamilie. Doch bislang gab es noch keinen Interessenten, einen der beiden Läden zu pachten und dann wieder zu öffnen.

Stadt sind Hände gebunden

Auch Stadtrat Henry Klipp hatte früher gegenüber vom Braunschweiger Hof ein Geschäft mit Autoteilen. Das lohnte sich nicht und er eröffnete im Anschluss ein Versicherungsbüro, dass er heute noch führt.

Klötzes Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt ist mit dem Zustand der zahlreichen leerstehenden Geschäfte an der Oebisfelder Straße unzufrieden. „Früher war es die Klötzer Einkaufsmeile und es waren immer Leute auf der Straße und in den Läden“, denkt er an die besseren Tage zurück. Doch der Stadt, weiß Schmidt, sind bei der Beseitigung des Leerstandes die Hände gebunden, weil sich die Gebäude im Privateigentum befinden. „Wir können keine Geschäftsleute nach Klötze zaubern“, erklärt der Ortsbürgermeister.

Tradition hält durch

Beim Gang über die Straße verweist Schmidt aber auch auf die noch vorhandenen Geschäfte. Dazu zählt unter anderem das traditionsreiche Bäckergeschäft, das ein junges Ehepaar vor einiger Zeit übernommen hat und damit weiter am Laufen hält. Das Haus ist auch ein beliebter Treffpunkt für die Senioren in der Stadt. Aber auch über den Werbeartikelladen gleich neben der Bäckerei findet Hans-Jürgen Schmidt positive Worte und freut sich, dass das einst größte Klötzer Frisörgeschäft die politische Wende überlebt hat. Doch dann kommt der frühere Buchladen, der seit Jahren geschlossen ist. „Vielleicht sollten die Hausbesitzer bei einem jahrelangen Leerstand das Gebäude verkaufen, damit auf eine andere Art wieder Leben einzieht“, meint Schmidt. Reise- und Steuerbüros, aber auch ausländische Textilhändler sowie ein Imbiss komplettieren die Geschäftslage an der Oebisfelder Straße.

Doch nicht nur der Leerstand beschäftigt den Klötzer Ortsbürgermeister. Auch das wilde Parken bereitet ihm Sorgen. „In der Straße ist das Halten zum Ein- und Ausladen erlaubt, aber kein dauerhaftes Parken“, stellt er klar und fordert eine ständige Kontrolle durch das Ordnungsamt, damit das Problem behoben wird. Denn Rollstuhlfahrer haben bei einer vollgeparkten Straße große Mühe, eine Lücke zu finden.