Becken nicht voll

Klötzer Wasserratten müssen trotz Lockerung weiterhin auf ihr Badevergnügen warten

Der Hydrant am Klötzer Waldbad ist wieder abgedreht, das große Becken aber noch nicht vollständig mit Wasser gefüllt. Nun kommen bei Lothar Seiffert, der das kühle Nass spendiert hat, Fragen auf. Wie geht es weiter? Die Vorbereitungen für den Saisonstart laufen jedenfalls, wie aus dem Rathaus mitgeteilt wurde.

Von Tobias Roitsch
Am frühen Mittwochnachmittag war das Schwimmerbecken des Klötzer Waldbades noch nicht komplett mit Wasser gefüllt. In den vergangenen Tagen lief kühles Nass ein, das ein Einwohner aus eigener Tasche bezahlt hatte. Damit ist nun Schluss, die gesetzte Grenze von 3000 Euro ist erreicht.
Am frühen Mittwochnachmittag war das Schwimmerbecken des Klötzer Waldbades noch nicht komplett mit Wasser gefüllt. In den vergangenen Tagen lief kühles Nass ein, das ein Einwohner aus eigener Tasche bezahlt hatte. Damit ist nun Schluss, die gesetzte Grenze von 3000 Euro ist erreicht. Foto: Tobias Roitsch

Klötze - Um das große Schwimmer-Becken des Klötzer Waldbades randvoll mit Wasser aus einem Hydranten zu befüllen, dafür reichten die 3000 Euro von Lothar Seiffert am Ende nicht ganz. Einige Zentimeter des kühlen Nasses fehlten am frühen Mittwochnachmittag noch bis zur Oberkante des Beckens.

Dass es nicht für eine komplette Füllung reichen wird, sei ihm klar gewesen, sagte Seiffert am Mittwochvormittag im Gespräch mit der Volksstimme. Mit dem Erfolg der Aktion zeigte er sich nicht ganz zufrieden. Einige Fragen beschäftigten ihn. Wie geht es weiter? „Ich hoffe, dass die Badeanstalt öffnet und dass nicht im September das Wasser wieder abgelassen wird, ohne dass jemand baden konnte“, sagte Seiffert. Hätte die Stadt die fehlenden Kubikmeter nicht auch aus dem Hydranten beziehen können, lautete eine der Fragen, die Lothar Seiffert sich stellte. Dann wäre die Sache doch erledigt gewesen.

Zur Erinnerung: Der Einwohner der Purnitzstadt hatte vor einigen Tagen im Stadtrat angeboten, 3000 Euro an den Klötzer Wasserverband bezahlen zu wollen, um das große Becken mit Wasser aus einem Hydranten zu fluten (Volksstimme berichtete). Die Stadt willigte ein. Am Freitag wurde der Hahn aufgedreht, bis zum gestrigen Mittwoch rauschte das nasse Element durch eine Leitung ins Becken.

Hätte am Ende vielleicht noch mehr Wasser im Becken sein können, als es am Mittwoch der Fall war? Im Gespräch äußerte Lothar Seiffert Zweifel daran, ob beim Befüllen alles optimal gelaufen ist. Denn als er morgens den Schlauch abbauen wollte, habe er festgestellt, dass dieser nicht mehr im Becken lag. Das Wasser sei stattdessen in eine Art Speicher geflossen. Wahrscheinlich seien dadurch einige Kubikmeter nicht im Becken gelandet, vermutete Seiffert.

Mit dem Befüllen begonnen

Matthias Reps, AmtsleiterWurde das Wasser aus dem Hydranten abgezweigt? Die Volksstimme fragte im Klötzer Rathaus nach, was es damit auf sich hat. Gemeint sein müsse damit der Schwallwasserbehälter, teilte Klötzes Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps kurz darauf schriftlich mit. Von diesem Behälter aus werde das Wasser über die Filteranlage in gereinigter und behandelter Form in das Becken geleitet, erklärte er weiter. „Mit der Inbetriebnahme wird somit auch das Trinkwasser vom Hydranten mit behandelt, gereinigt und dem Becken zugeführt“, so Matthias Reps.

Weiterhin fragte sich Lothar Seiffert, ob denn tatsächlich schon Wasser aus dem Brunnen ins Becken gepumpt wird? Dass die Stadt die Becken ab dieser Woche selbst befüllen will, war vor einigen Tagen angekündigt worden.

Das Wasser läuft, teilte Matthias Reps auf Nachfrage mit: „Am Dienstagvormittag wurde mit dem Befüllen des Beckens im 24-Stunden-Dauerbetrieb begonnen. Seitdem läuft die Befüllung des Schwimmerbeckens ununterbrochen über die Filteranlage und dem Wasser aus dem Brunnen.“

In der vergangenen Woche sei der Schwallwasserbehälter gereinigt und desinfiziert sowie mit Wasser aus dem Brunnen befüllt worden, blickte Reps auf einige der jüngst erledigten Arbeiten zurück. Der Brunnen, der mit einer Unterflurpumpe ausgestattet sei, sei seit dem ersten Juni-Wochenende betriebsbereit.

Aufgefallen sei Lothar Seiffert weiterhin, dass das Wasser im Schwimmer-Becken nicht sauber ist. Dreck aus der Sprunggrube sei beim Befüllen hochgekommen. Wurde das Becken gesäubert, bevor am Freitag mit dem Befüllen begonnen wurde?, fragte die Volksstimme im Rathaus nach. „Das Becken wurde vollständig leergepumpt und vom zuständigen Mitarbeiter gereinigt“, informierte Matthias Reps.

Ist das Becken voll und wird der Überlauf geflutet, werde auch die Chlorgasanlage in Betrieb gesetzt, blickte er voraus. „Ich bin kein Fachangestellter für Bäderbetriebe, Schwimmmeister oder Badleiter und kann daher auch nicht abschließend genau sagen, wie lange möglicherweise die Reinigung oder Befüllung noch andauert“, so Matthias Reps.

Wasser floss aus einem Unterflur-Hydranten in das Schwimmerbecken des Klötzer Waldbades.
Wasser floss aus einem Unterflur-Hydranten in das Schwimmerbecken des Klötzer Waldbades.
Foto: Tobas Roitsch