Immekath l Bis zur Eingangstür und nicht weiter: Der Zutritt zum Immekather Gasthof„Zu den Linden“ ist derzeit versperrt. Die Tische bleiben leer. Grund dafür ist das Coronavirus. Menschen sollten nicht miteinander in Kontakt kommen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Deshalb wurden zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen geschlossen. Gaststätten stehen ebenfalls auf der Liste. Einige Restaurants in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze haben ihren Betrieb deshalb eingestellt. Darüber informieren sie ihre Gäste mit Aushängen und in den sozialen Netzwerken.

Von den Einschränkungen betroffen ist auch der Familienbetrieb in Immekath. Ein Teil des Teams wurde bereits in Kurzarbeit geschickt. Insgesamt gehören sechs Kräfte in den Bereichen Küche und Service zur Mannschaft. Gebuchte Geburtstags- und Familienfeiern sowie die Besuche von Kegelgruppen fallen aufgrund der aktuellen Beschränkungen derzeit aus, zählten Inhaberin Stefanie Schwerin und ihre Mutter Christel Zeitz einige Beispiele auf. „Feiern sind bis Mitte Mai abgesagt“, berichtete Christel Zeitz, die früher selbst die Geschicke in dem traditionsreichen Haus lenkte. In einigen Monaten oder nächstes Jahr solle nachgefeiert werden, hätten die Gäste mitgeteilt. „Es ist ungewohnt, dass es mit einem Schlag so ruhig ist“, fuhr sie fort. Bereits seit 1928 ist die Gaststätte in Familienhand. Gegründet wurde sie bereits 1805, wusste Christel Zeitz.

Agieren für ein gutes Gefühl

Trotz Einschränkungen bleibt die Küche in Immekath aber nicht kalt. Im Kreise der Familie habe man zusammengesessen und überlegt, was man in der Krise unternehmen könnte. Schließlich entschied man sich, Gerichte im Außer-Haus-Verkauf anzubieten. Von Donnerstag bis Sonntag, immer abends, gibt es die Speisen zum Mitnehmen. Doch reicht das? Die Ausfälle würden damit nicht gedeckt, sagen die Gastronomen. „Es ist nur für das Gefühl, dass man etwas macht“, sagte Stefanie Schwerin. „Das Außer-Haus-Geschäft ist vielleicht etwas, das nach der Krise bleibt“, ergänzte Christel Zeitz mit Blick auf die Zukunft. Aber wann wird die Krise vorbei sein?

Zur Wahl stehen Gerichte von der regulären Karte. „Wir wollten nehmen, was an Ware schon da ist“, sagte Christel Zeitz. Für den Abend hätten sich die Immekather entschieden, weil man anderen Betrieben zur Mittagszeit keine Konkurrenz machen wollte. Genutzt werde das Angebot hauptsächlich von den Stammgästen aus dem Ort. Kuseyer, Kunrauer und Klötzer hätten ebenfalls schon bestellt. Die Kunden würden es dankbar annehmen und wollten helfen, so Christel Zeitz. „Die Leute sagen zu uns: haltet durch“, bestätigte auch Stefanie Schwerin.

Um den Kontakt zu den Kunden zu vermeiden, hat das Gaststätten-Team ein Prozedere entwickelt. Denn die Schalen mit den warmen Speisen können nicht einfach über den Tresen gehen. Aufgegeben werden die Bestellungen per Telefon. Vereinbart wird eine Zeit für die Abholung. Es dürften aber nicht alle Kunden auf einmal kommen, damit sich vor der Gaststätte keine Schlange bildet. Ein gewisser zeitlicher Abstand müsse eingehalten werden. Niemand betritt das Gebäude, das Essen steht in Schalen auf einem kleinen Servierwagen an der Eingangstür. An der ist für die Gäste Schluss.