Kusey l Gehämmert, gesägt und gebohrt wurde auf dem Hof des evangelischen Landjugendzentrums (ELZ) in Kusey. Kleine und große Hobbyhandwerker ließen Hotels entstehen, in denen sich Insekten besonders wohlfühlen sollen. Zu Hammer, Säge und Zange griffen dabei die Mädchen und Jungen der „großen“ Pfadfindergruppe. Die Dritt- bis Fünftklässler hatten sich zum Werkeln ihre Mamas, Papas, Brüder und Schwestern eingeladen. Insgesamt 28 Teilnehmer, das waren neun Familien, zählte am Ende Gemeindepädagogin und Gruppenleiterin Birgit Timme.

Einen wirklichen Bauplan hatten die Kinder und Erwachsenen bei dem Projekttag nicht in der Hand. Jede Familie konnte ihr Insektenhotel so gestalten, wie sie wollte. Als Inspiration diente ein Foto. Um den künftigen kleinen krabbelnden und fliegenden Bewohnern ein möglichst gemütliches Heim schaffen zu können, hatte jede Familie verschiedene Baumaterialien mitgebracht, an denen sich alle bedienen konnten. Damit nichts fehlt, wurde per Whatsapp eine Liste erstellt. Recycelt wurden auch die Bretter, die einmal zum alten Balkon des ELZ gehörten. Der hätte sowieso weggemusst, so Birgit Timme. Mit dem Holz wurden die Außenwände und das Dach der Hotels gebaut. Für die „Zimmer“ lagen Heu, Tannenzapfen, Rinde, verschiedene Steine, Dämmwolle, Schilf, Äste und noch vieles mehr bereit. Für alle Teilnehmer sei der Bau eine Premiere gewesen, sagte die Gemeindepädagogin. „Einige wollten sich schon eines kaufen“, wusste sie. Doch das erübrigt sich nun nach dem Werkel-Vormittag.

Übernachtung mit Lagerfeuer und Film

Gut zwei Stunden hatten Kristian Wermke und Tochter Lena gebraucht, bis ihre Unterkunft für die kleinen Tierchen fertig war. Es hat ein Spitzdach und acht Räume. Andere waren da noch nicht so weit. Bei Bedarf helfe man sich gegenseitig, sagte der Ristedter. Einen Platz für das neue Schmuckstück habe sich die Familie noch nicht ausgesucht. Gleich zwei Hotels nahmen hingegen die Beneckes aus Ristedt in Angriff. Ihre Werke waren eher länglich und nicht so breit wie die der anderen Familien. Es sei eine Menge Arbeit, sagte Mutter Stephanie Benecke, die solch ein Hotel vorher noch nicht gebaut habe. Die Befüllung der Zwischenräume erfolge bei ihnen spontan.

Tipps, an welchen Stellen im heimischen Garten die Insektenhotels am besten angebracht werden, gab es für die Erbauer ebenfalls. „Sie sollten nach Südosten ausgerichtet sein“, erklärte Birgit Timme und begründete den Tipp damit, dass auf diese Weise besonders die Morgen- und Mittagssonne auf die Hotels scheinen kann. Optimal sei eine Höhe von einem Meter, gemessen an der Unterkante. Außerdem sollten Wasser und Sand bereitgestellt werden, an denen sich die Insekten bedienen können. Erste Interessenten – einige Feuerkäfer – hätten sich noch während der Bauphase in den Häuschen umgesehen.

Eltern kommen zweimal im Jahr

Gemeinsam gewerkelt haben die Pfadfinder und ihre Eltern nicht zum ersten Mal. Drachen, Vogelhäuschen und Seifenkisten seien etwa schon entstanden, erinnerte sich Birgit Timme. Wird nichts gebaut, wird vielleicht gekocht. Meist würden die Mamas und Papas im Frühjahr und Herbst zu solchen Projekten eingeladen. Extra ins ELZ kommen mussten die Mädchen und Jungen für das Projekt übrigens nicht, sie hatten dort nämlich übernachtet. Am Abend zuvor wurde am Lagerfeuer gekocht, Ostersachen gebastelt und später ein Film geschaut.