Klötze l Viel zu lachen gab es am Dienstagabend in der Klötzer Bibliothek. Zu Gast war der Kabarettist und Gründer der „Magdeburger Zwickmühle“, Hans-Günther Pölitz. Für die Lesung – freie Plätze gab es an dem Abend keine mehr – hatte Pölitz sein mittlerweile viertes Buch mit dem Titel „Der Fünfundsechzigjährige, der aus dem Bett stieg und beim Frühstück in der Zeitung verschwand“ mitgebracht. Darin hat er seine bissigen Radio-Kolumnen, die es sonnabends beim „Pölitz-Frühstück“ im MDR zu hören gibt, verarbeitet. Aufs Korn nimmt er dabei immer die aktuellen Themen der Woche und diskutiert sie mit dem „Muttilein“.

Und so war die Lesung am Dienstag auch eine Zeitreise in die jüngere Vergangenheit. Denn die kurzen Geschichten in seinem Buch beziehen sich auf Ereignisse, die schon gut zwei Jahre zurückliegen. Aktuell sind viele Themen aber noch heute. Etwa die Flüchtlingskrise, mit der sich Pölitz schon 2015 befasste. So habe er im Fernsehen einen Kahn gesehen, in dem nur noch wenige Menschen waren. Doch beim genauen Hinsehen stellte sich heraus, dass es nicht das Mittelmeer, sondern der Spreewald war. Und der Schiffer war der damalige Bundespräsident und an Bord saß die britische Queen Elisabeth. Doch für die Königin, so stellte Pölitz bissig fest, konnte es ja auch gar kein Asyl geben. Immerhin war sie ja aus einem sicheren Drittstaat nach Deutschland eingereist.

Ob Pegida, der Papst, die Schulden Griechenlands, der Abgas-Skandal bei VW oder der Mindestlohn – es gibt kaum ein Thema aus der Nachrichtenwelt, das Pölitz nicht hinterfragt. So stellte er unter anderem auch fest, dass Fußballberichterstattung immer ein bisschen nach Krieg klingt, etwa wenn der „Bomber der Nation“ am Ball ist, ein Trommelfeuer auf den Gegner abgegeben wird oder die Schlacht verloren geht.

„Ich muss Ihnen ja nicht das ganze Buch vorlesen“, leitete Hans-Günther Pölitz nach einigen Seiten aus seinem Buch eine Fragerunde mit dem Klötzer Publikum ein. So wollten seine Fans etwa wissen, wann ihm seine Geschichten immer einfallen. „Spätestens am Freitagmorgen“, gab der als Antwort. Denn am Freitagnachmittag müsse er seinen Text beim Radiosender einsprechen. Nach gut 20 Jahren, so sagte Pölitz, gehe er mittlerweile aber entspannt an die Sache heran.