Kunrau l Knapp 40 Männer und Frauen aus dem gesamten Altmarkkreis Salzwedel haben am Dienstag gemeinsam in die Pedale getreten. Die Teilnehmer kamen überwiegend aus dem Bereich der Stadt Klötze, aber auch aus Pretzier, Roxförde oder Mieste und gehörten früher der Radfahrgruppe von Hans Tafelski an, wie Siegried Paasche berichtete. Dem 84-jährigen Ristedter oblag die Leitung der Tour, die in Immekath startete und über Neuferchau nach Kunrau führte.

Jeden Monat, von Frühling bis Herbst, steht für die Truppe ein anderes Ziel auf dem Programm, erzählte Paasche. Im März sollte es eigentlich nach Oebisfelde gehen. Allerdings fiel die Tour wegen des schlechten Wetters aus. Im April radelten die Senioren nach Seehausen, wobei auch das Blaulichtmuseum in Beuster besichtigt wurde.

Am Dienstag legten die Ausflügler am Kunrauer Schloss eine längere Rast ein. Sie wurden bereits von Fremdenführerin Hilde Heimann erwartet, die ihre Gäste durch den Park und die Ausstellung geleitete und allerhand Wissenswertes vermittelte. Zum Beispiel, dass Theodor Hermann Rimpau gerade mal 25 Jahre alt war, als ihm sein reicher Vater anno 1847 für 180.000 Taler das Rittergut in Kunrau kaufte.

Essen zum Abschluss

Ab 1862 entwickelte Rimpau die Moordammkultur, um den Wasserstand im Drömling regulieren und die landwirtschaftlichen Erträge verbessern zu können. Dazu ließ er im Abstand von 25 Metern je fünf Meter breite Gräben ziehen. Die Zwischenflächen wurden mit Sand bedeckt, der aus Erdschichten unterhalb des Moorbodens stammte. Außerdem wurden die Dämme gepflügt und mit Kaliumphosphat gedüngt. Auf diese Weise, so informierte Heimann, wurde aus dem Drömling „ein fruchtbares Land“, in dem erfolgreich Ackerbau betrieben werden konnte. Im Jahr 1900, zwölf Jahre nach Rimpaus Tod, wurden 16.500 Zentner Getreide, 135.00 Zentner Kartoffeln und 30.00 Zentner Zuckerrüben geerntet.

Die Radfahrer hörten aufmerksam zu, hatten aber nicht viel Zeit. Schließlich stand ihnen noch ein gehöriges Pensum bevor. Durch den Drömling ging es zum Grenzlehrpfad und weiter über Zicherie, Böckwitz, Jahrstedt, Kunrau, Rappin, Schwarzendamm und Dönitz zurück nach Immekath. Im dortigen Gasthof Zu den Linden gab es ein wohl verdientes Mittagessen. Schließlich steckten den Teilnehmern 33 Kilometer in den Beinen.