Klötze l Heftig waren die Reaktionen etlicher Klötzer, als sie am Freitag das Fällen eines Ahornbaumes bemerkten. In der Volksstimme-Redaktion klingelte das Telefon im Minutentakt und die Einheimischen äußerten ihr Unverständnis über das Entfernen des gesunden Baumes. Thomas Bernhardt, Geschäftsführer einer Hohenhenninger Garten- und Landschaftsbaufirma nahm im Auftrag der Klötzer Stadtverwaltung die Fällung des Baumes am Kreisverkehr an der Bahnhofstraße vor.

Keine leichte Aufgabe, denn der Ahornbaum war mittlerweile auf etwa sechs Meter gewachsen und nur mit Hilfe eines Hubsteigers konnte der Holzstamm Stück für Stück abgetragen werden. Zudem stand er nur wenige Meter von der viel befahrenen Bahnhofstraße entfernt. Doch ohne Probleme sägten Thomas Bernhardt und seine Angestellten den Baum fachmännisch kurz.

Keine leichte Entscheidung

Die Entscheidung, den etwa 60 Jahre alten Ahorn herunterzunehmen, habe sich die Stadt indes nicht leicht gemacht, betonte der städtische Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps auf Volksstimme-Nachfrage. Doch die Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt schreibe nun mal zwei Rettungswege zu Wohnhäusern vor.

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Und der zweite Rettungsweg war durch den Ahornbaum nicht gegeben, informierte Matthias Reps weiter. Deshalb, so der Vize-Bürgermeister, stand Leib und Leben der Hausbewohner einfach im Vordergrund, und aus diesem Grund sei die Entscheidung gefallen, dass der Baum weichen muss.

Beratung mit der Feuerwehr

„Es war nicht der Wille der Stadt, den gesunden und nicht befallenen Baum zu fällen“, betonte Reps noch einmal ausdrücklich. Deshalb habe die Stadt zuvor auch gemeinsam mit der Klötzer Feuerwehr nach einer anderen Lösung gesucht, um der Bauordnung des Landes zu entsprechen.

Doch auch während einer Vor-Ort-Begehung mit den Kameraden sei nach Informationen von Matthias Reps keine andere Variante als die endgültige Fällung gefunden worden.

Ersatzpflanzung vorgesehen

Von Seiten der Stadt sei auch eine Ersatzpflanzung für den entfernten Ahornbaum vorgesehen. Die Kommune muss zudem die Kosten für die Beseitigung des Baumes tragen. Klötzes Stadt- und Ortswehrleiter Matthias Veit ist die Baumfällung vom Freitag bekannt. Er wollte sich allerdings aus verschiedenen Gründen zu der Maßnahme gegenüber der Volksstimme nicht äußern.

Einige Klötzer können die Aktion trotz der zahlreichen Argumente, die für eine Entfernung des Ahornbaumes an der Bahnhofstraße sprechen, dennoch nicht verstehen und machten ihren Ärger gegenüber der Volksstimme deutlich Luft. Die Stadtverwaltung bittet die Bürger allerdings um Verständnis: Schließlich stehe die Sicherheit für die in der Immobilie wohnenden Personen nun mal im Vordergrund.