Ristedt l Die Küste, egal ob von der Nord- oder Ostsee, ist vom kleinen Ristedt weit entfernt. Eigentlich zu weit, um für einige Stunden einen Ausflug dorthin zu unternehmen und die Freiheit zu spüren. Wenn man also nicht selbst ans Meer fahren kann, holt man es sich am besten einfach ins heimische Dorf. So geschehen in Ristedt. Zum Sommersingen hatte der örtliche Gemischte Chor die Sänger vom Lüdersburger Shantychor eingeladen. Gemeinsam gestalteten die beiden Gruppen eine musikalische Reise.

Mit an Bord waren zahlreiche Zuhörer. Mehr als erwartet, wie die Vorsitzende des Gemischten Chores aus Ristedt, Andrea Gädicke, sagte: „Wir hatten für 120 Leute eingedeckt, doch das reicht nicht.“ Kurzerhand wurden noch einige Tische im Saal der Agrargesellschaft aufgestellt, um allen Musikfreunden einen Platz bieten zu können.

Blumen zum 85. Geburtstag

Stattgefunden hat das Sommersingen zum dritten Mal. Gedacht war es ursprünglich dazu, neue Mitglieder für den Chor zu gewinnen. Bevor die Gastgeber die ersten Lieder anstimmten, nutzte Andrea Gädicke die Gelegenheit, um Hans-Joachim Reisener, der 30 Jahre lang an der Spitze der Ristedter Formation stand, zu seinem 85. Geburtstag zu gratulieren und ihm einen Blumenstrauß zu überreichen.

Mit dem Lied „Wie schön, dass du geboren bist“ übermittelten dann auch die Lüdersburger Shanty-Sänger ihre besten Glückwünsche. Das Publikum im Saal klatschte kräftig mit. Lüdersburg, das ist eine Gemeinde mit rund 625 Einwohnern, die aus fünf Ortsteilen besteht. Sie liegt zwischen Lüneburg und Lauenburg, stellten sich die Gäste aus Niedersachsen vor. Dort, „hinterm Elbdeich“, singt der Shantychor seine Lieder, die von Fernweh und Reiselust erzählen. Zum Repertoire der Männer, die ihren Gesang mit der Mundharmonika, dem Akkordeon und der Gitarre begleiteten, gehörten Titel wie „Blaue Jungs von der Waterkant“. Nicht fehlen durften Klassiker wie „Nimm uns mit Kapitän, auf die Reise“ oder „Wir lagen vor Madagaskar“. Insgesamt neun Titel standen bei den Lüdersburgern auf dem Programm.

Bereits vor ihnen stimmten die Gastgeber einige Titel an. Auch dabei spielte die Seefahrt eine Rolle, etwa bei „Aloha oe“. Einen anderen Charakter hatte hingegen das Lied „Meister, es toben die Winde“. Erzählt wird die Geschichte aus der Bibel, wie die zwölf Jünger mit Jesus in einem Boot sitzen, das bei schwerer See zu kentern droht. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, fasste Brigitte Drebenstedt vom Ristedter Chor, die durch das Programm führte, die Botschaft zusammen.