Sturm und Starkregen

Unwetter wütete wie Axt im Walde

Eine Unwetterfront zog am Freitag ab 18 Uhr über das Oebisfelder Land. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz.

Von Harald Schulz 25.06.2016, 11:00

Oebisfelde l Der Hitzewelle mit Temperaturen weit über 30 Grad Celsius folgte Freitag ab 18 Uhr eine Unwetterfront, die die Einsatzkräfte aller Feuerwehren im Stadtbereich Oebisfelde bis gegen 23 Uhr in Atem hielt. Glücklicherweise blieb es bei Sachschäden, niemand wurde nach Angaben der Feuerwehreinsatzleitung verletzt.

Die Integrierte Einsatzleitstelle des Bördekreises löste die persönlichen Alarmgeber der Feuerwehrleute  und Sirenen in Oebisfelde und den umliegenden Dörfern ab 18 Uhr im Sekundentakt aus. Die Unwetterfront näherte sich im Tempo eines Orkans und überzog die Region mit Blitz, Donner und Starkregen, so dass Feuerwehrkameraden im Einsatz kaum die Hand vor Augen erkennen konnten. Wie Einsatzleiter Andreas Lindner von der Feuerwehr Oebisfelde informierte, wütete das Unwetter in Stadt und Land sprichwörtlich wie die Axt im Walde. Die Feuerwehrkameraden der Wehren Weddendorf und Bösdorf mussten ausrücken, um vom Sturm umgeknickte Bäume von der Bahnstrecke zu räumen. Auch in Buchhorst kamen die Wehrleute nicht ohne Kettensägen aus. So musste das Areal am Kriegerdenkmal von einer umgekippten Eiche befreit werden. In Breitenrode beschädigten Sturm und umgestürzte Bäume den Jugendklub. Auch dort mussten Kameraden der Ortsfeuerwehr die Sturmschäden, die binnen Minuten entstanden waren, über Stunden beseitigen.

In Gehrendorf, Niendorf und Wassensdorf ähnliche Situationen. Dort hatte der Sturm ebenfalls zig Bäume wie Streichhölzer geknickt, die teilweise zusammen mit armdicken Ästen zahlreiche Straßen und Zuwegungen blockierten. Die Feuerwehrleute befanden sich im Dauereinsatz, ließen sich durch Starkregen und bei Blitz und Donner in ihrem Handeln nicht aufhalten.

Die Einsatzkräfte der Oebisfelder Wehr wurden zwischenzeitlich zur Nicolaikirche beordert. Dort war ein Blitz in die Dachhaut des Gotteshauses eingeschlagen. Einsatztrupps untersuchten markante Bereiche des Kirchendaches mit einer Wärmebildkamera, um ein mögliches nicht einsehbares Brandnest zu entdecken. Glücklicherweise blieb diese Suche erfolglos.

Gegen 22.30 Uhr rückten die Oebisfelder Wehrleute dann zur Nachbarschaftshilfe ins niedersächsische Grafhorst aus. Dort hatte der Sturm eine meterhohe Linde aus dem Erdreich gelöst, so dass der Sturm den massigen Baum sich um die eigene Achse drehen konnte. Der Baum drohte so auf ein Wohnhaus zu stürzen. Die Oebisfelder Kameraden sicherten die Linde von ihrer Drehleiter aus und entschärften die gefahrvolle Situation gemeinsam mit den Kräften der Ortswehr. Zwischen 18 und 23 Uhr waren Freitag rund 100 Feuerwehrkameraden im Einsatz.