Klötze l 6000 Euro sind jedes Jahr für die Ausrichtung des Klötzer Weihnachtsmarktes notwendig. Doch bislang haben die Organisatoren um Theatergruppenchef Kay Knittel erst knapp 400 Euro an Spenden zusammen, um die Veranstaltung zu organisieren. „Mit diesem kleinen Etat kann es definitiv keine siebte Auflage des Weihnachtsmarktes geben“, stellt Kay Knittel klar. Er ist über die Entscheidung des Klötzer Ortschaftsrates schockiert, dass die Theatergruppe bereits im fünften Jahr in Folge keinen Cent aus dem Ortsbudget bekommt. Denn während der jüngsten Zusammenkunft des Ortschaftsrates wurde das Budget verteilt, und die Theatergruppe ging dabei leer aus.

Bereits im September 2019 hatte Kay Knittel einen Antrag an den Klötzer Ortschaftsrat gestellt, den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mit 2500 Euro zu unterstützen. Das Hauptproblem dieses Mal ist, dass die Theatergruppe im Oktober keine Vorstellungen im Altmarksaal auf Grund der Corona-Pandemie gibt. Dadurch fehlen den Laienschauspielern die Einnahmen. Im 6000 Euro umfassenden Etat für den Weihnachtsmarkt klafft ein Loch von mindestens 3000 Euro, das in den zurückliegenden Jahren immer von den Theaterleuten kam. Mit dem Geld vom Ortschaftsrat sollte ein Teil der fehlenden Einnahmen abgesichert werden. Doch nach der Absage vom Ortschaftsrat ist völlig offen, ob es am 29. November einen Weihnachtsmarkt in und um den Altmarksaal geben wird.

Endgültige Entscheidung fällt in 14 Tagen

„Auch unser Sponsor, die Volksbank Südheide-Isenhagner Land-Altmark, hängt in der Luft, wenn nicht klar ist, ob es einen Weihnachtsmarkt gibt oder nicht“, betont Kay Knittel. Das benachbarte Geldinstitut neben dem Altmarksaal unterstützt das Event mit einem vierstelligen Betrag.

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In spätestens 14 Tagen wollen Kay Knittel und das Organisatorenteam entscheiden, ob sie den Weihnachtsmarkt ausrichten oder auch nicht. Sollte sich in den kommenden Tagen vonseiten der Stadt an der Entscheidung zur finanziellen Unterstützung nichts ändern, dann müssen die Veranstalter „schweren Herzens den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr absagen“. Denn an der finanziellen Absicherung hängt die ganze Vorbereitung mit dem Einspielen des Weihnachtsmärchens und dem Gewinnen von Händlern für das Event. Das wird in diesem Jahr durch die Corona-Krise besonders erschwert.

Kay Knittel hätte auch gerne den Ortschaftsrat darüber persönlich informiert, wofür die Theatergruppe das Geld benötigt. Aber er hat dazu weder eine Einladung noch die Gelegenheit erhalten. Das findet Knittel „äußerst traurig“.

„Mit unseren Theatervorstellungen und auch dem Weihnachtsmarkt sind wir für die Stadt ein Aushängeschild. Es kommen Besucher aus Niedersachsen und dem Berliner Raum zu uns. Wir machen sehr viel für das kulturelle Leben in der Stadt“, listet Knittel auf und ergänzt, dass ein finanzieller Zuschuss „eine kleine Geste und eine Wertschätzung unserer Arbeit“ wäre.

Diesmal möchte Knittel die Absage des Ortschaftsrates nicht stillschweigend hinnehmen. Denn für ihn ist nicht nachzuvollziehen, dass die Theatergruppe mit ihren Erfolgen und den ausverkauften Veranstaltungen bei der Stadt um Geld betteln muss.