Klötze l Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben die Mitglieder des Klötzer Ortschaftsrates während der jüngsten Sitzung Zuschüsse an Vereine und Institutionen aus der Purnitzstadt vergeben. Bereits Ende März gab es in einer ersten Runde unter anderem schon für die Evangelische Familienbildungsstätte (EFA), den Frauenchor Klötze oder die Jagdhornbläsergruppe eine finanzielle Unterstützung aus dem Ortsbudget. Dieses beträgt im Jahr 2019 nicht ganz 15.000 Euro. Für jeden Einwohner der Purnitzstadt gibt es drei Euro. Bedacht werden nur Anträge aus der Ortschaft Klötze, zu der auch das Dorf Nesenitz gehört.

Kompromiss gefunden

Rund 6600 Euro sind bereits weg, über die Vergabe hatte noch der alte Klötzer Ortschaftsrat nach Dringlichkeit entschieden. Den Rest, so der Plan, sollten dann die Mitglieder des neu zusammengesetzten Gremiums nach der Kommunalwahl Ende Mai verteilen. Und so geschah es jetzt auch. Offen waren noch zwölf Anträge. Diskutiert wurde im öffentlichen Teil der Sitzung, Ende März geschah das noch hinter verschlossenen Türen.

Bei der Beratung ging es jetzt zum Teil sehr lebhaft zu. Etwa, als der Antrag der Klötzer Theatergruppe an der Reihe war. Insgesamt 2500 Euro hatten die Hobbyschauspieler unter anderem für den Weihnachtsmarkt beantragt. Damit war nicht jeder aus der Runde der Ortschaftsräte einverstanden. So sagte Uwe Witte (CDU), dass die Theatergruppe bei ihren Aufführungen Einnahmen erzielen würde. Er schlug vor, die beantragten Mittel zu halbieren. Einen ähnlichen Ton schlug Klaus Hilmer (CDU) an. Die Gruppe habe stolze Einnahmen, 2500 Euro seien „viel zu viel“. Er sei selbst mal bei der Theatergruppe gewesen, die Veranstaltungen seien ein Renner in Klötze und die Gruppe müsse erhalten bleiben, sagte Hilmer. Doch er schränkte ein: „Es ist das Geld der Klötzer Bürger, damit können wir nicht rumaasen.“

Vermieter ist zuständig

Wer für Klötze etwas mache, der sollte auch eine Unterstützung kriegen, lautete die Meinung von Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt (SPD). Ein Jahr Vorbereitung würden die Hobbyschauspieler für die drei Aufführungen im Oktober investieren. Schmidt schlug vor, die Gruppe mit 2500 Euro zu unterstützen. Außerdem kümmere sich die Theatergruppe auch um den Klötzer Weihnachtsmarkt, für den kein Eintritt verlangt werde, argumentierte Norbert Schulz (SPD). Jahrelang sei in dieser Beziehung nichts passiert, mit der Theatergruppe laufe der Markt wieder. Schließlich einigte die Runde sich darauf, 1250 Euro und damit die Hälfte der beantragten Summe für die Theatergruppe zu bewilligen.

Einfach abgenickt wurden nicht alle Anträge, häufig gab es Diskussionen über die zu verteilenden Summen. So zum Beispiel bei den Anträgen des Schäferhundevereins, des Angelvereins und der Schachgemeinschaft Klötze-Süd. Gänzlich zurückgestellt wurden die beiden Anträge der Seniorenabteilung des VfB 07 Klötze. Erbeten hat der Verein einmal einen Zuschuss in Höhe von 6000 Euro für Lohn- und Sachkosten – nicht ganz die Hälfte des gesamten Ortsbudgets. Nicht ersichtlich sei aus dem Antragsschreiben des Vereins, ob nur Senioren aus Klötze profitieren würden, merkte Raimund Punke (CDU) an. „Bei dieser Summe habe ich Bauchschmerzen“, sagte Frank Fritzsche (CDU), es müsste genau aufgelistet werden, wohin das Geld fließe, fuhr er fort. Das Ortsbudget sei nicht für Lohnkosten bestimmt, sagte Heiko Hutopp (CDU). Eine Idee des Ortsbürgermeisters war, dass die Stadt und nicht der Ortschaftsrat entscheiden sollte.

Einstimmig zurückgewiesen haben die Ortschaftsräte auch den zweiten Wunsch der VfB-Senioren. Erbeten wurde dabei Geld für die Anschaffung eines Geschirrspülers. Der VfB habe die Räumlichkeiten für die Senioren in der alten Feuerwehr von der Klötzer Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) gemietet, wusste Hans-Jürgen Schmidt. Der Vermieter sei also für das Inventar verantwortlich, wie es hieß.

Unterm Strich verteilten die Ortsräte im zweiten Durchlauf rund 3700 Euro des Budgets. Aufgebraucht sind die Mittel damit nicht, rund 4000 Euro bleiben im Topf, nachdem die 22 Punkte auf der Zuschuss-Liste jetzt abgehakt sind. Was mit dem restlichen Geld passiert, wurde nicht beraten.