Magdeburg l Fast 20 Scheiben gingen bei den Attacken auf drei Straßenbahnen und einen Beiwagen zu Bruch. Die Kosten belaufen sich jeweils auf gut 4000 Euro. Hinzukommt der Ausfall der Bahnen während der Instandsetzung. Zwei Fälle ereigneten sich am vergangenen Wochenende am Katharinenturm randalierte gegen Mitternacht ein Mann in einer Bahn der Linie 9 und zerstörte dabei mehrere Scheiben. Er konnte der Polizei übergeben werden. Weitere Scheiben gingen am Sonnabend im Bereich Lüneburger Straße durch Fremdeinwirkung kaputt. Dieser Fall ereignete sich gegen 19.50 Uhr zwischen den Haltestellen Bahnhof Neustadt und Universität. Am Montag (19.45 Uhr) und Dienstag (17.30 Uhr) waren jeweils im Bereich der Wendeschleife am Neustädter See zwei Bahnen Ziel von Vandalismus.

Neben dem entstandenen Schaden werden für die MVB die kurzfristigen Ausfälle im Fahrplan zum Problem. "Das ist mehr als ärgerlich und sehr frustrierend. Ich bin entsetzt über diese blinde Zerstörungswut", sagte MVB-Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel. Für die Reparatur der Bahnen werden zwei Tage Zeit benötigt, da die Materialien aushärten müssen. Durch die Häufung droht jetzt sogar längerer Ausfall. "Nach den vielen Vandalismusfällen gehen uns die Ersatz-Fensterscheiben aus. Sollten jetzt weitere Fälle dazu kommen, würden uns die Bahnen mindestens für die nächsten acht Wochen im täglichen Betrieb fehlen, da die Lieferzeiten so lang sind", warnt die MVB-Chefin. Nachbestellt wurden neue Fenster aber bereits.

Ein weiteres Ärgernis: Seit geraumer Zeit werden immer wieder Feuerlöscher aus den Straßenbahnbeiwagen entwendet. Zwar sind hier die Schäden weniger kostenintensiv, jedoch müssen auch hier die Bahnen aus Sicherheitsgründen sofort aus dem Verkehr gezogen werden, was ebenfalls zu Ausfällen führt. Hier sei besonders der Bereich Olvenstedt betroffen, erklärte MVB-Sprecher Tim Stein.