Mietstufen und Öffnungszeiten

In den Mietstufen werden die jeweiligen Höchstbeträge festgeschrieben, die bei der Wohngeldermittlung Berücksichtigung finden dürfen. Die Mietstufen I (günstigste) bis Mietstufe VI (teuerste) orientieren sich an den regional unterschiedlichen Mieten. In Magdeburg gilt die Mietstufe III. Durch das neue Gesetz ändert sich danach die zuschussfähige Höchstmiete in der Elbestadt je nach Haushaltsmitgliedern für einen 1-Personen-Haushalt auf 390 Euro (bisher 330 Euro), einen 2-Personen-Haushalt auf 473 Euro (bisher 402 Euro), einen 3-Personen-Haushalt auf 563 Euro (479 Euro alt), einen 4-Personen-Haushalt auf 656 Euro (556 Euro) sowie einen 5-Personen-Haushalt auf 750 Euro (alt 638 Euro)

Öffnungszeiten Wohngeldbehörde Sozial- und Wohnungsamt im Wilhelm-Höpfner-Ring 4: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr sowie dienstags zusätzlich von 14 bis 17.30 Uhr. Telef. sind die Mitarbeiter unter 0391/540 36 70 und 540 36 71 montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie montags und mittwochs auch von 13 bis 15 Uhr und dienstags und donnerstags auch von 13 bis 17.30 Uhr erreichbar.

Anträge online unter:

www.magdeburg.de

Magdeburg l Viel Arbeit gibt es zum Jahreswechsel für die Mitarbeiter des Sozial- und Wohnungsamtes. Denn: Mit Wirksamwerden des neuen Wohngeld- erhöhungsgesetzes dürfte eine Flut von Neuanträgen auf das Amt zukommen. Der Bund geht von einem deutlichen Anstieg der Haushalte mit Wohngeldanspruch um zirka 60 Prozent aus. „Das dürfte auch bei uns in Magdeburg in etwa hinkommen“, sagte die Leiterin des Sozial- und Wohnungsamtes, Heike Schulz, der Volksstimme. Dies wäre ein sprunghafter Anstieg der Bezugs- berechtigten. Über die Jahre – bis zur nächsten Wohngeldreform – schwächt sich die Zahl der bezugsberechtigten Haushalte, vor allem wegen der sich entwickelnden Einkommen, meist wieder ab, so die Erfahrung. Im Jahr 2010 haben zirka 5.500 Haushalte in Magdeburg insgesamt 9,8 Millionen Euro an Wohngeld erhalten. Im Jahr 2014 waren es nur noch 2.800 Haushalte und 4,4 Millionen Euro Wohngeld.

Prüfung lohnt sich

Jetzt aber dürfte die Kurve wieder nach oben gehen, denn ab Januar können auch hier viele Haushalte, die bisher knapp über den Bemessungsgrenzen lagen und deshalb mit ihren Anträgen scheiterten, überhaupt erst mal mit Unterstützung rechnen. Vor allem Alleinerziehende sollen profitieren: Durch die Kombination aus Leistungserhöhung und Neuregelung des Freibetrags für Alleinerziehende wird die Zahl der Wohngeldhaushalte von Alleinerziehenden um rund 27 000 Haushalte (bundesweit) zunehmen. Es lohnt sich also, den Wohngeldantrag prüfen zu lassen. Anträge können zu den Öffnungszeiten im Bürgerservice des Sozial- und Wohnungsamtes, in den Bürgerbüros gestellt werden, sind aber auch schriftlich bzw. online möglich. Allerdings sind die neuen Anträge noch nicht verfügbar. „Sie sind noch im Testlauf“, so Amtschefin Heike Schulz.

Zahlung ab Antragsmonat

Bis die neuen Anträge vorliegen, können die alten Vorlagen genutzt werden. „Anträge und eine ausführliche Beratung gibt es bei Bedarf im Sozial- und Wohnungsamt“, so Schulz weiter. Wichtige Eckpunkte zur Wohngeldänderung im Überblick:

Zu den wichtigsten Änderungen ab 2016 zählen die Anhebung der Miethöchstbeträge sowie der Freibeträge. Das Wohngeld wird künftig bei Veränderungen von Einkommen oder zuschussfähiger Miete in Ein-Euro-Schritten angepasst. Zur Orientierung für die Bürger soll es einen behördlichen Wohngeldrechner geben (noch nicht verfügbar).

Dank einer Übergangsregelung wird fast allen derzeitigen Wohngeldempfängerhaushalten ohne Antrag automatisch ein höheres Wohngeld überwiesen, wenn dieses für das Jahr 2015 bis in das Jahr 2016 bewilligt wurde.

Bereits gestellte Wohngeldanträge, über die das Amt zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes noch nicht entschieden hat, müssen ebenfalls nicht neu gestellt werden. Auch in diesem Fall wird ab dem 1. Januar automatisch ein höheres Wohngeld gezahlt.

Haushalte, die bisher eine Ablehnung erhalten haben, weil das Einkommen nur knapp über den Höchstbeträgen lag, müssen einen Wohngeldantrag zum 1. Januar 2016 stellen. Dies gilt auch für Haushalte, die erstmalig Wohngeld beanspruchen möchten.

Gezahlt wird in diesen Fällen rückwirkend nur für den laufenden Monat. Wer also am 31. Januar 2016 seinen Antrag stellt, bekommt Wohngeld ab dem 1. Januar 2016. Erfolgt die Antragstellung am 1. Februar 2016, wird ab diesem Tag bewilligt, so ein Anspruch besteht.