Magdeburg l Jetzt wird es ernst für die Anna-Ebert-Brücke: Seit Jahren ist deren miserabler Zustand bekannt. Ab Juli soll die erste Phase einer Notsanierung bei fließendem Verkehr beginnen, eine zweite Phase erfolgt im kommenden Jahr. Mit dieser soll gesichert werden, dass bis zur Fertigstellung der Nordbrückenverlängerung der Verkehr wie gewohnt rollen kann: 25 000 Autos am Tag, zudem 270 Straßenbahnen. Nach Bau der neuen Brücke in der Nachbarschaft kann die Ebertbrücke für eine grundlegende Sanierung gesperrt werden.

Voruntersuchungen schaffen Klarheit

In den vergangenen Tagen haben Voruntersuchungen stattgefunden. Heiko Schepel aus dem Magdeburger Tiefbauamt berichtet zum Beispiel von Kernbohrungen. Zum einen wurde mit diesen in den Pfeilern und im Widerlager die Dicke der Substanz erkundet. Zum anderen haben die Fachleute mit ihnen in den seitlichen Stirnmauern auf den Gewölben sowohl die Mauerwerksdicke und deren Qualität erkundet. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Qualität des Mauerwerks dahinter untersucht. Zudem haben die Fachleute die Druckfestigkeit von Beton untersucht, der aus Bohrkernen aus den Pfeilern stammt. Darüber hinaus wurde probehalber ein Zement-Wasser-Gemisch in den Pfeilern und Gewölben injiziert. Eine weitere wesentliche Vorbereitung bestand im Anlegen von Probeflächen. Mit Hilfe dieser wurde das optimale Reinigungsverfahren festgelegt und untersucht, wie Ergänzungen, Retuschen und Nachverfugungen im Bereich des Ziegel- und Naturstein-Mauerwerkes vorgenommen werden können.

Die Vorbereitungsarbeiten der vergangenen Tage dienen dazu, Planungs- und somit Kostensicherheit für die Stadt zu gewährleisten.

Phase 1 der Notsanierung umfasst die statische Sicherung der am meisten geschädigten Gewölbe drei und vier – ausgehend von der Westseite der Brücke – sowie die daran angrenzenden drei Pfeiler. Bis Dezember soll in diesem Bereich die Notsanierung abgeschlossen sein. Phase 2 soll im kommenden Jahr über die Bühne gehen, berichtet Heiko Schepel.

Besondere Lage als Herausforderung

Nicht einkalkuliert sind in dem Zeitplan mögliche lange Frostperioden oder Hochwasser. Eine weitere Herausforderung für die Notsanierung der Brücke ergibt sich aus deren Lage im Fluss und in einem besonders schützenswerten Lebensraum – dem sogenannten FFH-Gebiet. Heiko Schepel berichtet: „Daraus ergeben sich Aufgaben zur Hochwassersicherung in der Bauphase oder die Berücksichtigung sogenannter Bautabuzonen.“