Magdeburg l Gleich dreifachen Grund zu Feiern haben in diesen Tagen die „Erben“ der traditionsreichen Diamantbrauerei in der Neuen Neustadt: Nicht nur feiert sie den 175. Jahrestag ihrer Gründung, damals als Brauerei A. &. H. Wernecke, und den 500. Jahrestag des deutschen Reinheitsgebots, mit Marco Dieckmann steht auch ein neuer Brauchef am Sudkessel.

Seit Anfang des Jahres ist er dazu offiziell bei der Privatbrauerie angestellt. Hauptberuflich leitet er nur wenige Meter entfernt seit über zehn Jahren mit einem Partner das Restaurant „Brauhaus“. Als der bisherige Braumeister im vergangenen Herbst seinen Hut nahm, stand die kleine Brauerei vor dem Aus. Weil damit unweigerlich auch sein „Brauhaus“ ein Alleinstellungsmerkmal verloren hätte, übernahm der gelernte Koch Dieckmann kurzerhand den Job.

Zwei Monate ging er dafür beim letzten Direktor der ehemaligen Diamantbrauerei, Fritz Sliva, in die Lehre und lernte alle notwendigen Dinge für ein gutes Bier. „Das war nicht schwer für mich, denn Bierbrauen ist wie kochen“, sagt er. Gut 40 Sude mit je 400 Liter hat er mittlerweile in der kleinen Brauerei angesetzt. Offenbar mit Erfolg: Die Gäste haben sich bis jetzt nicht beschwert, sagt er und ergänzt: „Das bestärkt mich weiterzumachen.

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Damit nicht nur die Restaurantgäste und die Kunden einiger weniger Märkte in der Stadt das Traditionsbier trinken können, soll jetzt mit Hilfe einer professionellen Marketingagentur ein Neustart hingelegt werden. Am neuen Logo wird noch gefeilt, Ende des Monats soll es fertig sein. Außerdem wurde ein Vertriebsmitarbeiter eingestellt, der die Flaschen in die großen Handelsketten bringen soll.

Für Marco Dieckmann ist das Brauen inzwischen fast schon zur Leidenschaft geworden. „Mittlerweile fange ich auch an, bei den Rezepturen etwas zu tüfteln“, sagt er.

Spezielle Biere gibt es immer wieder: zum Tag der offenen Tür am kommenden Sonnabend (23. April)  wird ein Festbier ausgeschenkt. Für die Magdeburger Festungstage am 7. und 8. Mai hat er auf Wunsch der Organisatoren ein Festungsbier angesetzt. Auch DDR-Klassiker wie die Marke „Luxator“ gibt es immer noch. Statt wie damals mit Reis wird es aber inzwischen natürlich nach dem Reinheitsgebot gebraut, versichert Dieckmann.

Weil das „Biergesetz“ am Sonnabend 500. Geburtstag feiert, öffnen die Privatbrauerei und das „Brauhaus“ ihre Türen für neugierige Besucher. Neben Schaubrauen wird Eberhard Klees von der IG „Freunde der Diamant-Brauerei“ Führungen über das ehemalige Brauereigelände anbieten.