Magdeburg l Es soll ein handfestes Programm werden, das die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf den Weg bringen will. Besser gesagt, das OB Lutz Trümper in die Wege leiten soll. Am vergangenen Donnerstag haben die Grünen einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat eingebracht. Das Papier trägt die Handschrift von Stadtrat Olaf Meister.

Meister lobt, dass zahlreiche Eigentümer in Magdeburg sehr viel geleistet hätten, um wertvolle Bausubstanz in Magdeburg zu erhalten. Das habe das Gesicht der Stadt positiv verändert.

Leider gebe es immer noch eine Vielzahl von städtebaulich und stadtgeschichtlich wichtigen Gebäuden, bei denen der Erfolg ausgeblieben sei. Bestes Beispiel dafür sei das „Haus Fritze“ in der Sternstraße 2. Es war verfallen, und der Abriss habe das Gründerzeit-Ensemble rund um den Hasselbachplatz stark beeinträchtigt. Und die entstandene Baulücke sei auch nach zwei Jahren nicht geschlossen.

Um solche Fälle zu verhindern, solle das „Programm zur Erhaltung bedrohter Gebäude“ ins Leben gerufen werden. Der Plan: Die Stadt erarbeitet eine Übersicht von städtebaulich und für die Stadtgeschichte wichtigen Gebäuden, allerdings nur über „ungewöhnlich bedeutsame und schwierige Fälle“. Klar ist, dass die Stadt selbst diese „Sorgenkinder“ nicht kaufen kann. Da soll dann die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) ins Spiel kommen. Sie könnte versuchen, diese gefährdeten Gebäude zu kaufen, um sie dann zu sanieren und um einen vernünftigen Zweck dafür zu finden. Klar ist Olaf Meister auch, dass die Wobau so ein Projekt nicht aus der eigenen Kasse stemmen kann. Aber: Zurzeit seien die Zinsen auf dem Kapitalmarkt auf einem historischen Rekordtief, Kredite für solch ein Projekt seien für die Wobau leicht zu bekommen. Am Ende gewinne das Unternehmen, da es langfristig die Gebäude gewinnbringend bewirtschaften oder auch verwerten (etwa verkaufen) könne, meint Olaf Meister. Magdeburg gewinne, da für die Stadt wichtige Bausubstanz erhalten bliebe.

OB Trümper soll mit der Wobau Verhandlungen über die Ausgestaltung und die Finanzierung eines solchen Programms aufnehmen. Und die Vertreter des Stadtrats in der Wobau-Gesellschafterversammlung sollten „für die Umsetzung des Programms Sorge tragen“, so Olaf Meister in seinem Antrag an den Stadtrat.

Der hat am vergangenen Donnerstag natürlich noch nicht über den Antrag abgestimmt, aber ihn diskussionslos in den „Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr“ überwiesen.