Magdeburg l Nach der Arbeit ein paar Stunden in die Natur und einfach nur entspannen. Für den Magdeburger Sascha Jopp gehören zu solch einem Feierabend die Elbe und seine Angel. Die Angel hatte er auch Anfang dieser Woche dabei, als in der Alten Elbe ein besonders großer und eigentlich ungeplanter Fang angebissen hat.

„Eigentlich wollte ich einen Zander fangen, hatte dafür auch bloß einen kleinen Köder und die passende Angel mit“, erzählt der 28-Jährige, der hauptberuflich als Haustechniker in Cracau arbeitet. „Als ich dann gemerkt habe, dass etwas Größeres angebissen hat, dauerte es eine halbe Stunde, um den Wels vorsichtig ans Ufer zu holen – weil ja die Angel nicht für so ein Gewicht ausgelegt war.“ Der geplante Zander wird höchstens 1,30 Meter lang und wiegt maximal etwa 19 Kilogramm. Jopps überraschende Ausbeute durch den Wels: 1,76 Meter Länge und 29 Kilogramm Fischfleisch. „Ich war absolut unvorbereitet, musste mein T-Shirt anstelle von Handschuhen zum Herausholen nehmen und mein Auto stand auch noch einige Kilometer weit entfernt“, berichtet Jopp, der seit etwa 20 Jahren einen Fischereischein hat, mit dem er angeln gehen darf. Von Kindesbeinen an sei das Angeln Jopps Hobby. Und seit er im Magdeburger Anglerverein ist, sucht der aus der Börde stammende Haustechniker die Ruhe und Entspannung meist an der Elbe.

Wels ist kein einheimischer Fisch

Wo geangelt werden darf und welche Fischarten gibt der Deutsche Angelfischerverband vor. Der Wels ist kein einheimischer Fisch und vermehrt sich immer mehr. Aus diesem Grund gebe es da auch kein Mindestmaß mehr, das eigentlich eine bestimmte Länge der Fischart zur Fang-Erlaubnis vorgibt, sagt der 28-Jährige.

Mit seinen 1,76 Meter hätte der gefangene Wels ohnehin dieses Maß sicher weit überschritten. „Gesetzlich gesehen, dürfen Angler einen solchen Fang nicht zurücksetzen, sondern müssen ihn mitnehmen“, so Sascha Jopp. „Viele meinen aber, dass das Fleisch der Welse mit einer solchen Länge nicht mehr genießbar wäre – das kann ich absolut nicht bestätigen.“ Nachdem der Angler seinen großen Fang abtransportiert und zu Hause geräuchert hatte, sei der Wels nämlich ein „richtig leckeres Mittagessen“ gewesen.