Magdeburg (kt) l Mit ihrer Forderung nach der Benennung eines Kita-Neubaus und einer Straße in Magdeburg nach dem „ersten deutschen Astronauten“ Sigmund Jähn hat die AfD-Fraktion im Stadtrat Schiffbruch erlitten. Abgesehen davon, dass der erste Deutsche im All auf seiner Sojus-Mission 1978 viel mehr als Kosmonaut firmierte, hatte die Ablehnung einer namentlichen Ehrung des 2019 Verstorbenen im Magdeburger Stadtbild wohl viel mehr mit dem Absender des Antrages als mit Jähn selbst zu tun.

Zustimmung gab es nur achtstimmig aus der AfD und von Kleinfraktionären (Garten- und Tierschutzpartei). Bei vielen Enthaltungen aus der CDU schmetterte der versammelte Ratsrest die Jähn-Ehrung ab, auch weil der zu DDR-Zeiten zum Volkshelden avancierte Mann mit Magdeburg nicht viel zu tun gehabt habe.

Immerhin: 2008 besuchte Jähn die Stadt anlässlich des 100. Geburtstages des ersten deutschen Motorfluges durch Hans Grade über den Cracauer Anger. Seither steht auch Jähns Unterschrift im Goldenen Buch der Stadt.