Magdeburg l „Wir wollen mit dieser Petition den Magdeburger Stadtrat wachrütteln, um dieses schwerwiegende Umweltproblem zu beseitigen“, heißt es in der von Magdeburger Bürgern angestoßenen Onlinepetition „Barleber See in großer Gefahr“. Am 21. Januar 2018 kamen Unterstützer zum Strandbad, um der Forderung Gesicht zu geben. Initiator Detlef Ohm, der parallel auch auf der Straße Unterschriften für die Aktion gesammelt hat, sprach von 500 bis 600 Teilnehmern an der winterlichen See-Versammlung samt Eisröwer-Bad.

Laut Ohm seien die nötigen 2000 Unterschriften von Magdeburgern inzwischen geschafft. Das Internetportal OpenPetition Deutschland wies am Sonntagabend 3115 Unterstützer, darunter 1995 Magdeburger aus; hinzu kämen Unterschriften auf dem Papier.

Stadt Magdeburg soll Barleber See sanieren

Ziel der Aktion ist es, die Stadtverwaltung Magdeburg zu schnellem Handeln in Sachen Seesanierung zu bewegen. Ein ähnlich lautender Antrag der Fraktion Gartenpartei auf ein Sofortprogramm war im Stadtrat Magdeburg durchgefallen, weil es aktuell keine schnelle Lösung gebe.

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Im Auftrag der Stadt Magdeburg suchen derzeit Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung nach einer Lösung für das sommerlich immer stärker auftretende Blaualgen-Problem. Im Vorjahr hatte die Algenpest zeitweise zum Badeverbot geführt. Bis zur fundierten Problemanalyse samt Lösungsvorschlag bliebe nur die manuelle Entfernung der Algen mittels Kescher, so die Stadtverwaltung.

Magdeburger unzufrieden mit Lösung

Die Unterstützer der Petition, zu denen Mitglieder des Campingvereins ebenso wie die Gartenpartei gehören, wollen sich mit dieser tatsächlich unbefriedigenden und wenig nachhaltigen Lösung nicht abfinden.

Auf der Ratssitzung am 22. Januar 2017 legt die zuletzt in Sachen Barleber erfolglos agierende Gartenpartei einen weiteren Antrag zur Sache vor, den man trotzig nennen könnte. Wenn die Stadt Magdeburg schon nicht zur zügigen Lösung des Algenproblems in der Lage sei, solle sie in der Saison 2018 den Badbetrieb vorübergehend aufgeben, das Personal anderenorts einsetzen und den See zum kostenfreien Baden auf eigene Gefahr freigeben.