Magdeburg l Unbekannte hatten am Sonntag vor einer Woche einen Transporter auf dem Gelände einer Baufirma in Neue Neustadt in Brand gesetzt. Kurz darauf war im Netz ein Bekennerschreiben von mutmaßlich Linksextremen aufgetaucht. Darin heißt es unter anderem: „Vergangene Nacht ist ein Kleinbus der Gerüstbaufirma Bever in Flammen aufgegangen, weil wir dafür gesorgt haben.“ Die Firma gehört Josef von Beverfoerde und ist Geschäftsadresse des Aktionsbündnisses „Demo für alle“. Das Bündnis tritt nach eigenen Aussagen gegen die „Sexualisierung“ des Schulunterrichts ein, ist gegen die Gender­ideologie, lehnt die Homo-Ehe ab und ist für die Ehe zwischen Mann und Frau.

„Demo für alle“-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde sagte der Volksstimme auf Nachfrage, dass bereits Wochen vor dem Anschlag die ersten Drohmails bei ihr eingegangen seien. Den durch den Brandanschlag entstandenen Schaden schätzt sie auf mehr als 100 000 Euro. Zerstört wurden unter anderem ein VW-Bus, ein Carport und Teile eines Gebäudes. „Wir machen trotzdem weiter. Wir lassen uns nicht einschüchtern“, so Beverfoerde. Das was ihnen unterstellt werde, stimme nicht. „Jeder soll so leben, wie er will“, sagt Beverfoerde.

Kritiker werfen „Demo für alle“ vor, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu diskriminieren. Zu den Demonstrationen von „Demo für alle“ gegen die Gleichstellung homosexueller Paare, für den Schutz der Ehe und gegen eine Sexualisierung des Schulunterrichts in Stuttgart kamen zuletzt 5000 Menschen. Anlass für den Protest war der neue Bildungsplan der grün-roten Landesregierung von Baden-Württemberg, in dem stärker auf sexuelle Vielfalt und Toleranz der Gesellschaft eingegangen wird.