Magdeburg/Berlin l Als Schüler hat sich Edgar Scholler darüber Gedanken gemacht, wie man Autos am besten zum Fliegen bringt - allerdings nicht einfach nur als fantasievollen Wunschtraum, sondern mit wissenschaftlichem Anspruch. Zusammen mit Alexander Köthe und Matthias Heinicke hat er für das Werner-von-Siemens-Gymnasium am Wettbewerb „Jugend forscht“ erfolgreich teilgenommen.

Das ist mittlerweile 13 Jahre her. Von Ottersleben aus hat es Edgar Scholler nach Hamburg und Berlin verschlagen und er hat Kommunikationswissenschaften studiert. Sein Hauptthema war die Frage: Was wollen die Menschen eigentlich im Alltag und was wünschen sie sich.

Unternehmer will zurück nach Magdeburg

Und der heute 30-Jährige hat ein Unternehmen gegründet. Damit will er jetzt nach Magdeburg zurückkehren. „Natürlich liegt mir die Stadt weiterhin am Herzen. Ich bin mindestens ein Mal im Monat bei meinen Eltern in Ottersleben“, sagt Scholler im Volksstimme-Gespräch. Auch ist sein Unternehmen Mitglied im Magdeburger Stadtmarketing-Verein Pro M. „Wenn wir unser Produkt in Magdeburg starten können, das wäre schon eine besonders tolle Sache.“

Worum geht es: Sogenannte Carsharing-Unternehmen, bei denen sich viele Beteiligte ein Autos teilen, gibt es bereits viele auf dem Markt. Die Idee von Edgar Scholler und seinem Unternehmen GETAWAY GmbH geht genau in die umgekehrte Richtung. Die allermeisten Autos stehen die meiste Zeit im Jahr unbeweglich herum. „Nutzlos“, findet Scholler.

In Magdeburg etwa sind zurzeit rund 105.000 Autos angemeldet. Der größte Teil davon steht von 24 Stunden 23 Stunden still. Das Start-up-Unternehmen hat eine Technologie einschließlich Smartphon-App entwickelt, mit der Autos von Privatperson an Privatperson vermietet werden können.

Kein Papierkram für Privatpersonen

Getaway stattet Privatautos mit modernster Technologie aus, die es ermöglicht, sie ohne Aufwand und Papierkram an Privatpersonen zu vermieten. Schnell und einfach soll das funktionieren, auch sei das System über eine Partnerversicherung abgesichert. Die Abrechnung erfolge kilometergenau, außerdem liege stets eine Tankkarte im Auto bereit.

Wenn die teilnehmenden Autobesitzer ihre Fahrzeuge über dieses System anderen gegen Bezahlung zur Verfügung stellen, bestehe - im besten Falle - die Möglichkeit, die monatlichen Kosten, die ein Auto verursacht, auszugleichen. „Auf der anderen Seite könnte sich jemand, der gern mal andere, vielleicht höherwertige Autos ausprobieren möchte, sich so entsprechende Fahrzeuge preisgünstig mieten“, meint Edgar Scholler. Die Risiken dabei würden über den Versicherungsschutz abgesichert.

Um das System solide zum Laufen zu bringen, sind in einer Stadt oder Region ungefähr 100 Teilnehmer (Autobesitzer) notwendig. „Und das wollen wir in Magdeburg ausprobieren“, sagt Scholler. In sechs bis acht Wochen soll es losgehen.

Vorzeigbares Projekt

Magdeburgs Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche zeigt sich begeistert von diesem Auto-teilen-System. „Als Stadt der Talente freuen wir uns, einen Magdeburger und sein Start-up Getaway für seine Heimatstadt begeistern zu können. Wir erkennen die verkehrs- und umweltpolitische Bedeutung dieser Idee und sehen in Getaway ein vorzeigbares Projekt, welches wir gerne unterstützen und im Großraum Magdeburg umgesetzt sehen. Ich persönlich will und werde es nutzen“, sagt der Beigeordnete.

Übrings: Edgar Scholler ist auch Fußball-Fan - allerdings wieder etwas anders als die meisten. In seiner Schülerzeit war er Schiedsrichter beim 1. FC Magdeburg.

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