Magdeburg l Wer glaubt, Magdeburg sei eine staugeplagte Stadt, der sollte sich mal mit Stuttgartern unterhalten. Gelegenheit dazu bestand am Wochenende, denn der Philharmonia Chor Stuttgart gastierte in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt im Rahmen des 19.  Deutschen Chorfestivals, das alle vier Jahre in einer anderen Stadt ausgerichtet wird.

Birgit-Caroline Grill schwärmte von den Verkehrsbedingungen in Magdeburg: „Große Straßen, wenig Verkehr. Stuttgart ist die Stau-Stadt Nummer 1. Und Baustellen gibt es dort noch viel mehr als hier. Da war es in Magdeburg wirklich mal wohltuend“, sagt sie, und weitere Chormitglieder stimmen ihr zu. Am frühen Freitagnachmittag sind die Gäste aus der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt in Magdeburg angereist.

Viele schöne Konzerträume

Dann gab es nicht nur musikalische Verbindlichkeiten in Form von Konzerten, sondern auch Gelegenheit, die Otto-Stadt zu erkunden. Und die Stuttgarter waren begeistert, berichtet Birgit-Caroline Grill. Aufgefallen sind ihnen die zahlreichen und wirklich schönen Konzerträume – sei es nun die Johanniskirche, die Pauluskirche oder das Gesellschaftshaus, das auch einen Blick ins Grüne ermöglicht.

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Die Stuttgarterin berichtet, dass sie sich täglich eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel gekauft habe. Der Preis: „Unschlagbar günstig“, findet sie. Auf diese Weise habe sie alle Orte, die sie sehen wollte, gut erreichen können. Und wenn sie einmal nicht weiter wusste, sei sie stets auf hilfsbereite Magdeburger gestoßen, die gern weitergeholfen hätten, sei es nun mit Liniennetzplänen oder einer einfachen Wegbeschreibung. Auch später am Abend sei sie mit dem Nachtbus zu ihrer Unterkunft gefahren. Ihr Eindruck: „Da war einiges los. Man merkt, dass die Stadt wirklich pulsiert und lebt.“

Begeistert war sie zudem von der Elbe. Der Fluss sei nicht nur als Orientierungshilfe gut, sondern auch ein herrlicher Ort zum Flanieren. Von ihrem Ausflug nach Magdeburg werde sie viel Gutes berichten können und die Stadt als Ausflugsziel auf jeden Fall weiterempfehlen, sagt sie.

Vielfältige Architektur

Auch zwei Vertreter des Chores „Camerata Vocale“ aus Zwickau zeigten sich von Magdeburg angetan. Nicht nur, dass Unterbringung und Anreise gut geklappt hätten, der Chor freute sich über das Interesse, das ihnen die Magdeburger entgegenbrachten. „Sie wollten, dass wir noch mehr bieten, und auch wissen, wann wir noch auftreten“, berichteten Peter Hoche und Axel Röhrborn von den Reaktionen der Magdeburger auf einen Flashmob am Sonnabend im Allee-Center.

Peter Hoche hob die Architektur der Stadt hervor, „es gibt eine große Vielfalt, und man entdeckt immer wieder schöne kleine Ecken, die man so nicht erwarten würde“, sagt er. Vor allem die Gründerzeitbauten rund um den Hasselbachplatz hätten ihm gefallen. Aber auch die grünen Oasen der Stadt hinterließen einen bleibenden Eindruck. „Die Stadt hat Lust gemacht, wieder einmal herzukommen und sie neben der gesanglichen und chorleiterischen Tätigkeit auch touristisch zu entdecken“, sagt Hoche. Einziger kleiner Kritikpunkt waren die teilweise sehr begrenzten Parkmöglichkeiten an den Veranstaltungsorten.

Dank für herzlichen Empfang

Von den Organisatoren gab es am Montag ebenfalls ein durchweg positives Fazit: Die Landeshauptstadt habe die Sänger sehr herzlich empfangen, „wir sind sehr, sehr glücklich darüber, wie wir empfangen und aufgenommen wurden“, sagte Ekkehard Klemm als Präsident des Verbandes der Deutschen Konzertchöre (VDKC). Die Landeshauptstadt habe die Veranstaltung nicht nur finanziell mitgetragen, die zwölf Konzerte seien auch vom Publikum gut besucht gewesen. Organisatorisch soll beim nächsten Mal darauf geachtet werden, dass die Konzerte nicht zu lang werden, um das Publikum nicht allzu sehr zu strapazieren.