Magdeburg l Allen Debatten um die erstmalige Teilnahme der AfD an der Magdeburger Meile der Demokratie zum Trotz: Ein breit angelegtes Bündnis von über 100 teilnehmenden Vereinen, Schulen und Initiativen will am Sonnabend für eine tolerante und weltoffene Stadt Magdeburg werben.

Das sind nicht viel weniger Akteure als in den Vorjahren. "Die Schulen haben ein immenses Interesse gezeigt und werden stärker als bisher vertreten sein", sagte Cornelia Habisch von der Landeszentrale für politische Bildung, die zu den Ausrichtern der inzwischen 10. Meile in der Magdeburger Innenstadt gehört. Von dieser hatten sich im Vorfeld traditionelle Partner wie der Flüchtlingsrat, der Paritätische Wolfahrtsverband oder das Bündnis gegen Rechts zurückgezogen, nachdem die AfD ihre Teilnahme durchgesetzt hatte.

Trümper appelliert an Magdeburger

Diese werde am Sonnabend am südlichen Ende der Meile in Höhe der Danzstraße ihren Stand haben, erklärte Oberbürgermeister Lutz Trümper auf Nachfrage. Er rief die Magdeburger und ihre Gäste am 17. Januar 2018 erneut dazu auf, die Meile der Demokratie zu besuchen. "Setzen Sie sich friedlich für ein demokratisces und weltoffenes Mageburg ein", so Trümpers Appell.

Die Auftaktkundgebung beginnt am Sonnabend um 12 Uhr auf der Bühne am Breiten Weg, Ecke Goldschmiedebrücke, wo Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper die Meile der Demokratie eröffnet. Anschließend sprechen die Präsidentin des Landtages Gabriele Brakebusch und der Stadtratsvorsitzende Andreas Schumann. Außerdem sind Lesungen von Herbert Beesten, Charlotte Buchholz und Regine Sondermann geplant.

Musik bei Meile der Demokratie

Viele musikalische Darsteller wie die "Martin-Rühmann-Band", "Pack of Foxes", "Tick 2 loud", die "IKUS-Band", Lina und Nino Pfitzner von den Berufsbildenden Schulen "Otto von Guericke", ein Gesangstrio des Hegelgymnasiums, die "FULLER-Band", eine Breakdanceeinlage von Nico Hilger sowie Poetry-Slam von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums runden das Programm auf der Hauptbühne ab.

Auf dem Breiten Weg zwischen Goldschmiedebrücke und Danzstraße gestalten über 100 Akteure aus der Zivilgesellschaft sowie Schulen, Bands und Kirchengemeinden von 12 bis 17 Uhr ein buntes Programm. Darunter ist die Schulmeile mit vielen Aktionen. Alle Elbestädter seien dazu eingeladen, sich im Rahmen der Meile für ein tolerantes und gemeinsames Miteinander in Magdeburg zu bekennen, so Rathauschef Lutz Trümper.

Die Meile der Demokratie war vor zehn Jahren als Antwort auf die jährlichen Neonazi-Aufmärsche ins Leben gerufen worden. Jahrelang hatten rechte Gruppen den Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs am 16. Janaur 1945 für ihre Propaganda missbraucht. Seit zwei Jahren gibt es in Magdeburg keine Rechten-Demos mehr rund um den Jahrestag. Dies gilt auch als Erfolg der Meile der Demokratie.