Magdeburg l Die Meile der Demokratie in Magdeburg am 20. Januar wird von mindestens zwei weiteren gesonderten Demonstrationen flankiert. Die Vereinigung BlockMD kündigte an, am selben Tag auf dem Domplatz ab 11.30 Uhr eine Kundgebung abhalten zu wollen.

Auf der Internetseite heißt es dazu u. a.: "Wir haben keinen Bock mehr auf das Versteckspiel im gesellschaftlichen Umgang mit neurechten Bewegungen. Wir sehen nicht ein, dass eine offen rassistische und völkische Partei immer mehr als legitime Akteurin in dieser Demokratie gilt. Wir wollen nicht zulassen, dass sich der gesellschaftliche Diskurs hin zu den menschenfeindlichen Ideologien von alten und neuen Nazis verschiebt. Diese Normalisierung von Neofaschismus kotzt uns an."

Rückzug nach AfD-Teilnahme

Hintergrund ist die Teilnahme der AfD an der zehnten Auflage der Meile der Demokratie. Nachdem die Volksstimme deren Absicht mitgeteilt hatte, zogen sich einige bisherige Partner der Meile der Demokratie von dieser Veranstaltung zurück. Dazu gehört u. a. der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt.

Bei der Polizei als Versammlungsbehörde lag am 11. Januar bis Mittag allerdings noch keine Information über die Demonstration vor. BlockMD kündigte auf der Internetseite weitere Informationen an, u. a. über einen möglichen Routenverlauf. Unterstützer der Kundgebung sind bisher neben dem Flüchtlingsrat die Partei Die Linke, die DGB-Jugend Sachsen-Anhalt, die IG Metall-Jugend Magdeburg, die Falken, die Linksjugend, die Offene Linke Liste Magdeburg, die Ravenden Europäer gegen Intoleranz und Rassismus und Students Against Racism. 

Weitere Demos in Magdeburg

Nach Polizeiangaben ist ebenfalls für den 20. Januar von 11 bis 12 Uhr eine Kundgebung des Bündnisses gegen Rechts (BgR) geplant.

Vorbehaltlich einer Genehmigung finden beide Veranstaltungen in unmittelbarer Nähe zur Meile der Demokratie statt. Sie hatte bisher den Breiten Weg zwischen Alter Markt und Danzstraße mit Ständen besetzt. Nur wenige Meter daneben befindet sich der Domplatz.

Anmeldefrist für Meile läuft

Welchen Zuspruch die Meile der Demokratie haben wird, ist noch unklar. Die Anmeldefrist läuft noch. Vor rund drei Wochen hatten sich etwa 40 Akteure angemeldet. In der Vorjahren waren dann auf der Meile um die 100 Initiativen vertreten. Die Meile selbst wurde in den Vorjahren von bis zu 15.000 Gästen besucht. Sie hat zum Ziel, gegen den Missbrauch des Gedenktages der Stadtzerstörung am 16. Januar 1945 vorzugehen. In der Vergangenheit hatten rechte Gruppen den Jahrestag für Demonstrationen genutzt. Die Meile der Demokratie hatte mit dafür gesorgt, dass es zuletzt keine Rechten-Demos mehr gegeben hatte.