Magdeburg l Es macht kurz „klack“ und schon ist es weg. Kennzeichendiebe haben es besonders leicht. Kaum ein Autofahrer schützt seine Schilder gegen Diebstahl – und das nutzen die Täter aus. Ein Fall aus der vergangenen Woche zeigt es: In der Nacht zum 15. Mai 2019 hatten Unbekannte in der Bertolt-Brecht-Straße in Magdeburg von zwei Autos jeweils das hintere Nummernschild abgebaut.

Nur 50 Kennzeichen-Diebstähle aufgeklärt

Insgesamt 401 Mal haben es Täter 2018 in Magdeburg auf Kfz-Schilder abgesehen. Das geht aus den Zahlen hervor, die das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt auf Volksstimme-Anfrage vorlegt. Nur 50 Fälle wurden aufgeklärt. Das entspricht einer Aufklärungsquote von gerade einmal 12,5 Prozent. 54 Tatverdächtige wurden ermittelt.

Die Anzahl der Fälle ist im Fünf-Jahres-Vergleich rückläufig. Höchststand war 2015, als in Magdeburg 713 Kfz-Kennzeichendiebstähle angezeigt wurden.

Tankstellenbetrug mit falschen Schildern

Mal fehlt nur das vordere, mal nur das hintere, oft aber sind beide Schilder weg. Was die Diebe damit vorhaben? „Vermutlich Betrugshandlungen“, erklärt Polizeisprecherin Heidi Winter. Zum Beispiel Tankstellenbetrug. Wer mit falschen Kennzeichen vorfährt, wird im Nachgang nicht so schnell erwischt – so die Theorie der Täter. „Manchmal sind an den Autos sogar zwei verschiedene Kennzeichen angebracht“, so Winter. Während des Tankens fällt das kaum einem Mitarbeiter vor Ort auf.

Sind die Schilder erst einmal weg – egal, ob Diebstahl oder vielleicht doch nur verloren – sollten Autobesitzer schnell Anzeige bei der Polizei erstatten. „Dann gehen die Kfz-Zeichen sofort bundesweit in Fahndung“, erklärt Winter. Das ist wichtig, damit man sich Ärger erspart, sollten die unbekannten Täter beispielsweise mit den gestohlenen Schildern geblitzt werden.

Kennzeichen zehn Jahre gesperrt

Verlorene Kennzeichen sind zehn Jahre für die erneute Nutzung gesperrt. Damit ist ein Verlust besonders bei Wunschzeichen ärgerlich. Wer seine Schilder vor Diebstahl schützen möchte, sollte diese in einer Werkstatt fachmännisch anschrauben lassen, rät die Polizei.