Magdeburg l Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zu möglichen Fahrverboten für Dieselfahrzeuge in belasteten Innenstädten sorgte in der Vorwoche für einen Paukenschlag. Während Halle schon auf der Liste der Städte für ein drohendes Fahrverbot steht, können sich Dieselbesitzer in Magdeburg noch zurücklehnen. „Ein Dieselfahrverbot steht derzeit für die Landeshauptstadt Magdeburg nicht zur Debatte“, erklärte der zuständige Beigeordnete Holger Platz auf Volksstimme-Nachfrage.

Die gesetzlichen Grenzwerte bei den schädlichen Stickoxiden von 40 Mikrogramm NO₂ je Kubikmeter Luft seien in Magdeburg in den letzten Jahren eingehalten worden, so Platz. Drei Container-Messstationen wachen in Magdeburg über die Luftqualität. Sie werden vom Landesamt für Umweltschutz betrieben. Am höchsten war der Wert auf dem vielbefahrenen Schleinufer, wo in den letzten drei Jahren jeweils ein Jahresmittelwert von 34 Mikrogramm NO₂ je Kubikmeter erfasst wurde.

Niedrigster Wert in Magdeburg-Stadtfeld

Am niedrigsten war der Stickoxidausstoß am Messpunkt im Bereich der Hans-Löscher-Straße in Stadtfeld. Warum die Werte in Magdeburg noch stimmen, in Halle dagegen schon überschritten wurden, kann sich Platz auch nicht so recht erklären. „Ich glaube nicht, dass in Magdeburg weniger Dreckschleudern unterwegs sind“, sagt Holger Platz. Er könne sich das bauliche Umfeld der Messstellen als Grund vorstellen.

Doch die Zahlen sind nun mal entscheidend für mögliche Fahrverbote. Die könnten in Zukunft nicht nur für ältere Diesel, sondern sogar für Euro-6-Wagen gelten, wie Spiegel-Online am Wochenende berichtete. Der Beigeordnete sieht derweil dringenden Handlungsbedarf. Das Gerichtsurteil baue Druck auf die Städte auf. „Wir brauchen bundeseinheitliche Regelungen. Es muss ein flächendeckendes Instrument geben“, betont Holger Platz.

Blaue Plakette ist richtige Überbelegung

Man unterstütze die Forderungen des Deutschen Städtetages zur Luftreinhaltung. Die Einführung einer blauen Plakette dort, wo die Luftbelastung zu hoch ist, sei eine richtige Überlegung. Dabei müsse es Übergangsfristen und Ausnahmegenehmigungen vor allem für die Mittelständler geben, die vorrangig Dieselfahrzeuge nutzen.

„Wir hatten das schon beim Thema Feinstaub und der Einführung der Umweltzone in Magdeburg“, erinnert Platz. Da habe die Umsetzung letztlich funktioniert. Zugleich müsse die Bundesregierung Druck auf die Hersteller ausüben. „Das geht nur Hand in Hand mit der Entwicklung sauberer Dieselfahrzeuge“, so der Beigeordnete.

Magdeburg rüstet Fuhrpark um

Die Stadt Magdeburg selbst ist dabei, ihren Fuhrpark schrittweise auf elektro- bzw. erdgasbetriebene Fahrzeuge umzurüsten. Seit November 2017 sind im Stadtordnungsdienst sieben Elektrofahrzeuge im Einsatz. Noch in diesem Jahr soll ein elektrisch betriebener Transporter für die interne Postverteilung zum Einsatz kommen.

Hinter dem Verwaltungsgebäude an der Julius-Bremer-Straße hat die Stadt 2017 ihre erste öffentliche E-Ladestation eingeweiht. Eine Ladestelle mit Stellplatz ist für jedermann kostenlos nutzbar. Am Baudezernat An der Steinkuhle werde derzeit geprüft, wo eine neue Ladestation gebaut werden könnte. Auch hier sollen bald weitere Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen.