Magdeburg l Die Ermittlungen im Fall eines Mannes, der am Wochenende in der Techno-Disco „Geheimclub“ Magdeburg verstorben ist, dauern an. Noch gibt es keine genauen Informationen, woran der Mann gestorben ist.

 „Es ist wirklich tragisch“, sagt Enrico Ebert-Schmidt als Betreiber des „Geheimclubs“ an der Münchenhofstraße. Am Wochenende ist in seiner Diskothek ein 52-jähriger Mann zusammengebrochen und später im Krankenhaus gestorben.

Magdeburger bricht zusammen

Enrico Ebert-Schmidt sei in der Nacht anwesend gewesen. Der Mann habe sich gestreckt, sei blau angelaufen und habe gesagt, er bekäme keine Luft, und sei dann zusammengebrochen. Ein Mitarbeiter des Geheimclubs, der auch eine Sanitäterausbildung hat, versuchte ihm zu helfen. Außerdem wurde ein Krankenwagen gerufen.

Der Mann sei schon öfter im Geheimclub gewesen, habe Ebert-Schmidt nach Rücksprache mit seinen Mitarbeitern in Erfahrung gebracht. Er sei jedoch noch nie auffällig geworden.

Drei Magdeburger im Krankenhaus

Wie die Polizei berichtet, wurden am Sonntagmorgen noch ein 24-jähriger und ein 26-jähriger Magdeburger behandelt. Nach ersten Informationen sollen alle drei Betäubungsmittel konsumiert haben und daraufhin Kreislaufprobleme bekommen haben.

Alle drei Vorfälle ereigneten sich in einem Zeitfenster zwischen 6 und 8 Uhr und unabhängig voneinander. Mehr Informationen konnte die Polizei am Montag noch nicht bekanntgeben. Die Untersuchungen dauern noch an – sowohl die Betäubungsmittel betreffend als auch das Todesursachenermittlungsverfahren, berichtet Beatrix Mertens als Mitarbeiterin der Pressestelle der Polizei.

Türsteher findet Magdeburger

Einer der beiden jüngeren Männer sei nach Auskunft von Ebert-Schmidt nicht aus dem Club gekommen. „Er hatte weder ein Bändchen noch einen Stempel von uns und der Türsteher bestätigte, dass der Mann an dem Abend definitiv kein Gast gewesen ist“, sagt er. Der Türsteher habe ihn plötzlich vor den Räumen liegen sehen.

Ebert-Schmidt machte im Volksstimme-Gespräch klar, dass in dem Club eine Null-Drogen-Politik gefahren werde. Wer auffällig sei oder gar im Club Drogen konsumiere und dabei erwischt werde, müsse die Diskothek, die von sonnabends 23 Uhr bis sonntags 15 Uhr geöffnet hat, verlassen oder werde gar nicht erst eingelassen.

Kontrollen werden verschärft

Um den Club besser überblicken zu können, seien sogar einige Sitzgelegenheiten entfernt worden. Die Kontrollen wolle er künftig noch verschärfen und einen weiteren Mitarbeiter einstellen, so dass Besucher stichprobenweise auch einmal die Taschen ausleeren müssten, ehe sie in den Club eingelassen werden.

Außerdem sei Ebert-Schmidt bei der Drogenberatungsstelle „Drobs“ gewesen, um Flyer zu holen, damit Besucher sich informieren können. Er appelliert an seine Gäste, beim Personal Bescheid zu geben, wenn sie sehen, dass jemand Drogen konsumiert. Ebert-Schmidt: „Ganz schnell kann es nämlich auch mal den Freund oder die Freundin treffen.“

Infoveranstaltung zum Thema Drogen

Unabhängig vom Discobetrieb plant er zudem eine Informationsveranstaltung zum Thema Drogen. Er möchte nicht, dass so etwas noch einmal passiert. Schließlich habe er mit dem Geheimclub eine Marktlücke schließen wollen. Seit fast zwei Jahren ist der Club geöffnet und bislang habe es keine Polizeieinsätze wegen Drogendelikten gegeben. Große Öffentlichkeit habe er nicht haben wollen – schon gar nicht wegen eines Ereignisses mit so tragischem Ausgang.