Magdeburg l Der Escuelita Magdeburg e. V. ist erneut für den Jugendengagementpreis von „freistil - Jugend engagiert in Sachsen-Anhalt“ nominiert. Die Ehrenamtlichen von Escuelita, selbst allesamt junge Leute, haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Potenzial von Kindern spielerisch zu fördern. Sie organisieren im Zwei-Wochen-Rhythmus Frühstück, helfen bei Hausaufgaben und bieten Workshops, Sport- und Freizeitangebote unterschiedlichster Couleur an.

„Kinder und Jugendliche brauchen zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Interessen Orte, an denen sie gefördert und gefordert werden. Meistens ist dieser Ort die Familie, aber nicht alle Kinder verfügen über dieselben Möglichkeiten. In diesem Punkt setzt die Arbeit von Escuelita an“, so Anna-Maria Nikolauschke. Die 25-Jährige gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins, der Anfang 2016 ins Leben gerufen wurde.

Essen, Lernen, Spielen auch in Magdeburg

Escuelita kommt ursprünglich aus Argentinien und heißt auf Deutsch „kleines Schulchen“. Es fußt auf den Grundsätzen „Essen, Lernen, Spielen“. „Bereits im Sommer 2015 kam uns die Idee zum Projekt. Unsere Kommilitonin Theresa Lüdtke kannte das Konzept bereits aus ihrer Heimatstadt Stralsund und hatte uns davon berichtet“, erinnert sich Anna-Maria Nikolauschke.

Die Initiatoren von Escuelita Magdeburg e. V. haben die Idee übernommen und einen Raum in Magdeburg für die individuelle Förderung von Kindern geschaffen. „Bei Escuelita sind alle auf Augenhöhe und es zählt nicht, woher du kommst oder wohin du mal willst“, so die zertifizierte Abenteuer- und Erlebnispädagogin, die derzeit noch Betriebliche Berufsbildung und Berufsbildungsmanagement an der Otto-von-Guericke-Universität studiert.

Kinder erleben soziale Kompetenzen

Ziel des Projektes ist es, dass Kinder mit der Gemeinschaft Jugendlicher und Erwachsener Lebensfreude, unbeschwertes Kindsein, Lernmotivation sowie soziale Kompetenzen erleben. „Die Kinder können ihre mitgebrachten Hausaufgaben individuell und in ungezwungener Atmosphäre mit uns erledigen. Wir vermitteln vor allem Wissen in Form von Workshops. Das breit gefächerte Angebot hilft ihre Persönlichkeit auszubauen und ihren Horizont zu erweitern, die eigenen Stärken zu entdecken und an vermeintlichen Schwächen zu arbeiten. Wichtig ist uns auch, dass die Kinder durch ihre Wünsche und Vorschläge das Programm mitgestalten“, macht Vereinsmitglied Sascha Scheibel deutlich.

Es werden Workshops zu wechselnden Tätigkeitsfeldern wie beispielsweise Kunst, Handwerk, Sport oder Kultur angeboten, in denen sich die Kinder ausprobieren.

Verein in Magdeburg-Buckau zu Hause

In der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „Hot – Alte Bude“ in Magdeburg-Buckau fand der Verein für seine Arbeit einen passenden Ort. Rund 20 Kinder, vorwiegend aus den Stadtteilen Buckau, Salbke, Westerhüsen und Fermersleben, nutzen das Angebot regelmäßig.

Die Vereinsmitglieder sind aber nicht nur in der Buckauer Freizeiteinrichtung anzutreffen. Sie beteiligen sich zudem an Stadtteilfesten und sind Mitinitiatoren des Jugendaktionstages in Magdeburg.

Rätseleien und Geschichte

„Escuelita ist für mich ein kreativer Spielplatz, um all die Dinge zusammen mit den Kindern zu erleben, die man seit der Grundschule schon nicht mehr gemacht hat“, verrät der 28-jährige Sascha Scheibel. So verwandelte das Team von Escuelita beispielsweise das „Hot – Alte Bude“ in einen Raum voller Rätsel und Mysterien, die es zu lösen galt, um wieder herauszukommen. Bei einem internationalen Frühstück wurde die Geschichte Europas näher betrachtet und ein Länderpuzzle gebastelt.

Für die regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen sucht der Verein engagierte Unterstützer, die Freude an der gemeinsamen Arbeit mit Kindern haben. Dabei können eigene Erfahrungen in verschiedenen Bereichen in die Workshops einfließen: egal ob handwerklicher, musikalischer oder anderer Art. „Bereits seit längerem gibt es eine Kooperation auch mit Lehramtsstudenten der Otto-von-Guericke-Universität“, berichtet Christopher Aufzug.

Teilnahme für Kinder kostenfrei

Der Escuelita Magdeburg e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der seine Projekte ausschließlich durch Spenden und Fördergelder finanziert. „Einer unserer Grundsätze ist es, den Kindern die Teilnahme an den Projekten kostenfrei zur Verfügung zu stellen“, so Christopher Aufzug.

Für das Projekt kann bis zum 16. Juni online abgestimmt werden.