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Schifffahrtsunfall Elbe in Magdeburg wird weiter abgesucht

Das Peilschiff "Domfelsen" suchte am Donnerstag weiter nach der Ursache für die Havarie eines Güterschiffs auf der Elbe in Magdeburg.

Von Stefan Harter 17.07.2020, 01:01

Magdeburg l Auch drei Tage nach dem Unfall ist unklar, was mit dem havarierten Güterschiff auf der Elbe passiert ist. Am Montagnachmittag hatte die Mannschaft in Höhe der Eisenbahnbrücke Herrenkrug eine Kollision des Rumpfes mit einem Objekt auf dem Grund des Flusses bemerkt.

Nach der Ursache dafür sucht seit Dienstag das Peilschiff „Domfelsen“, das in Diensten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Magdeburg unterwegs ist. Auch am Donnerstag konnte das Fahrzeug auf der Stadtstrecke beobachtet werden. Der eigentliche Suchbereich beschränkt sich aber auf den Elbkilometer 329,4, zwischen Einmündung Alte Elbe und Eisenbahnbrücke. Funde gab es bislang noch nicht.

„Im Zusammenhang mit der Havarie sind bislang keine Auffälligkeiten bekannt geworden“, sagt Hartmut Rhein aus dem Schifffahrtsbüro des WSA. Die Behörde ist für die Sicherheit auf den Bundeswasserstraßen verantwortlich. Allerdings seien noch nicht alle Ergebnisse der Echolotmessung der „Domfelsen“ ausgewertet.

Was das Unglück ausgelöst haben könnte, ist offen. „Jahrelang sind dort Schiffe gefahren, ohne dass etwas passiert ist“, erinnert Hartmut Rhein. Theorien gebe es viele. So könnte etwas von einem Zug auf der Brücke heruntergefallen sein oder jemand habe etwas dort heruntergeworfen. Sollte etwas auf dem Grund gelegen haben, könnte es durch den Zusammenstoß mit dem Güterschiff gelöst und von der Strömung mitgerissen worden sein. „Das ist aber alles nur Spekulation“, betont er.

Wenn die Suche des Peilschiffs ergebnislos verläuft, werde die Fahrrinnentiefe angepasst, um den Bereich wieder für die Schifffahrt freizugeben. Seit dem Unfall war sie aus Sicherheitsgründen vorsorglich eingeschränkt worden. Die Fahrrinnentiefe wird täglich aktuell passend zum Wasserstand am Pegel Strombrücke für die Schifffahrt auf der Elbe herausgegeben, erklärt er weiter.

Der Maschinenraum des Frachtschiffes lief nach der Kollision mit Wasser voll. Der Schiffsführer konnte es noch in den Verbindungskanal zur Schleuse Rothensee lenken. Dort kam dann auch die Feuerwehr zum Einsatz, um eine Ölsperre um das Schiff zu legen. Eventuell austretendes Öl oder Benzin sollte so aufgehalten werden. Mit Hilfe von Tauchern wurde das Leck untersucht und abgedichtet.

Das Schiff liegt jetzt im Magdeburger Hafen, wie Hartmut Rhein berichtet. Aufgrund des Wassereintritts habe die Maschine solch einen Schaden erlitten, dass das Schiff nicht fahrbereit sei, erläutert er. Es werde jetzt voraussichtlich in eine Werft zur Reparatur geschleppt.