Ausbau in Ottersleben angepeilt

Entschleunigung in der Magdeburger Königstraße geplant

Bislang sind es nur Ideen, die für die Königstraße entwickelt wurden. Doch die haben es in sich: Für einen gemeinsamen Geh- und Radweg soll die Ottersleber Hauptverkehrsachse umgestaltet werden. Autofahrer hätten weniger Platz, der Verkehr dadurch weniger Tempo.

Von Marco Papritz
Für Leitungsarbeiten kam und für Radwegarbeiten kommt es derzeit zu Behinderungen  in der Königstraße. Die Ottersleber Verkehrsader soll 2022/2023 grundhaft ausgebaut und verändert werden.
Für Leitungsarbeiten kam und für Radwegarbeiten kommt es derzeit zu Behinderungen in der Königstraße. Die Ottersleber Verkehrsader soll 2022/2023 grundhaft ausgebaut und verändert werden. Foto: Marco Papritz

Magdeburg

Mit der Königstraße steht eine der beiden Hauptverkehrsachsen, die durch den Stadtteil Ottersleben führen, vor einer Veränderung. Die Landeshauptstadt hat ein Planungsbüro beauftragt, die Radwegsituation entlang der Straße, die täglich von einer Vielzahl Autofahrern etwa auf dem Weg zum Magdeburger Ring, in den Salzlandkreis, zum Einkaufscenter Bördepark oder in die Magdeburger Innenstadt genutzt wird, zu verbessern. Die nun mit Vertretern des Bürgervereins „Bürger für Ottersleben“ (BfO) entwickelten Ideen der Vorplanung speziell für die Südseite der Straße haben es in sich – sie würden mit ihrer Umsetzung zu einer Entschleunigung der Straße führen. „Wir bewegen uns in die richtige Richtung“, bewertete Vereinsvorsitzender Ronni Krug den Austausch mit dem Planungsbüro am Mittwoch im Rahmen der Sitzung des BfO. Bei der Videokonferenz mit 20 Teilnehmern war die Königstraße ein zentrales Thema.

Weniger Platz für Fahrzeuge

Zusammengefasst geht es darum, die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen, letztere haben nicht überall an der Königstraße eine eigene Fahrspur. Um ihnen Platz einzuräumen, soll im Zeitraum 2022/2023 die Fahrspur für Autofahrer verringert werden. „Dies führt dazu, dass der motorisierte Verkehr verlangsamt wird“, wie Wigbert Schwenke, der ebenfalls am Austausch beteiligt war, anmerkte. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass mit der Umgestaltung der Königstraße zugunsten eines gemeinsamen Geh- und Radweges, der an die Salbker Chaussee anschließen und über die Brücke vom Magdeburger Ring bis zum Bördepark geführt werden soll, im Kreuzungsbereich Werner-von-Siemens-Ring ein Kreisverkehr installiert wird. „Das ist seit langem unser Anliegen, da dadurch der Verkehr verlangsamt wird. Schön, dass fachkundige Planer den Kreisverkehr für sinnvoll halten – hoffentlich lässt sich die Stadt drauf ein“, so Ronni Krug.

Weitere Ideen betrafen das Festlegen einer Tempo-30-Zone in Höhe der Abbiegung zur Schule (in Ottersleben auch als Engpass bekannt) sowie eine Einbahnstraßenregelung im Abschnitt zwischen Wanzleber und Halberstädter Chaussee. Ronni Krug: „Der Bereich ist so eng, dass eine Trennung von Geh- und Radweg und Fahrbahn wohl anders nicht möglich ist.“ Das Ingenieurbüro schlägt vor, Fahrzeuge stadtauswärts abfließen und den Verkehr in entgegengesetzter Richtung über einen Schwenk weiterzuführen. „Dies wird sicherlich zu Diskussionen im Wohngebiet Birnengarten führen, deren Bewohner mit der Einbahnstraßenregelung nicht direkt in Richtung Magdeburger Ring fahren könnten“, wie der Vereinsvorsitzende anmerkte. Er wohnt selbst dort und hält den Vorschlag für sinnvoll.

Bauzeit beträgt voraussichtlich 17 Monate

Mit der Verengung der Fahrbahn und dem Auftragen von Piktogrammen soll übrigens das Überfahren des derzeit sehr schmalen Gehweges auf der Südseite im Kreuzungsbereich Königstraße/Schäferbreite unterbunden werden. „Die Straße wird dort so eng, das Autofahrer an ihrem Vordermann nicht mehr vorbeikommen“, so Schwenke.

Ein großes Anliegen des Bürgervereins wird in der bisherigen Ideensammlung noch nicht aufgegriffen. Nämlich eine Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer, die damit über die Straße Alt Benneckenbeck den Magdeburger Ring überqueren und zur Straße „Am Busch“ in den Stadtteil Reform gelangen könnten. Wigbert Schwenke: „Das wäre ideal für Schüler, die das Geschwister-Scholl-Gymnasium besuchen. Doch dies lehnt die Stadt bislang ab.“ Der Verein wolle aber weiter für dieses Vorhaben werben. „Denn mit der Brücke könnten die Fahrradfahrer von der Salbker Chaussee ferngehalten und ihnen ein attraktives Angebot gemacht werden“, bekräftigte Schwenke das Anliegen. Als Fernziel hat der BfO ausgegeben, den Fahrzeugverkehr „mehr und mehr auf die Ortsumgehung lenken zu wollen, um die Anzahl der Fahrzeuge, die sich durch Ottersleben bewegen, zu reduzieren. Das würde mit einer Verlängerung der Umgehung bis zum Bördepark erreicht werden“, sagte Ronni Krug.

Die Königstraße ist eine der Hauptverkehrsachsen im Magdeburger Stadtteil Ottersleben.
Die Königstraße ist eine der Hauptverkehrsachsen im Magdeburger Stadtteil Ottersleben.
Grafik: prePress Media Mitteldeutschland GmbH

Das Vorhaben in der Königstraße soll als koordinierte Baumaßnahme vom Tiefbauamt und den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) ausgeführt werden. Die SWM werden Versorgungsleitungen in der Fahrbahn verlegen, wie es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung auf Anfrage von Stadträtin Carola Schumann (Fraktion FDP/Tierschutzpartei) heißt. Dadurch ist ein grundhafter Ausbau der Fahrbahn nötig. Als Bauzeit werden insgesamt 17 Monate genannt. An einer Drucksache zur Abstimmung für den Stadtrat wird derzeit gearbeitet.

Aktuell wird zwar in der Königstraße gebaut, die Bauarbeiten stehen aber nicht in einem Zusammenhang mit der angestrebten Umgestaltung und den bislang entwickelten Ideen. Aktuell wird der Radweg im Abschnitt zwischen „Am Fischertor“ und „Schafwäsche“ auf der Nordseite der Hauptverkehrsader ausgebaut. Die Fertigstellung soll Mitte/Ende August erfolgen.