Museumsmeile

Erste Schiffe ankern 2017 in Magdeburg

Der Auftakt für die historische Schiffsmeile im Wissenschaftshafen Magdeburg soll noch 2017 gelingen.

Von Stefan Harter 03.04.2017, 08:03

Magdeburg l Während der Taucherschacht II noch vor der Einfahrt zum Hafenbecken am Ufer liegt, wurde der Eimerkettenbagger „Otter“ samt Schute bereits dorthin geschleppt. Gut vertäut an der Kaimauer im Wissenschaftshafen Magdeburg wartet er nun darauf, dass Wasser dauerhaft zu verlassen. Die drei alten Gefährte sollen Teil einer maritimen Museumsmeile werden, die rund um den bereits angelandeten Kettenschleppdampfer „Gustav Zeuner“ entstehen soll.

Die Volksstimme sprach mit Gise-Geschäftsführer Reinhard Kuhne über den aktuellen Stand des Vorhabens. Denn als er die Pläne im Herbst 2016 erstmals vorstellte, hieß es noch, dass im Frühjahr 2017 die ersten Fahrzeuge bereits ins Trockene gehoben werden.

Doch daraus wird vorerst noch nichts, weil sich das Vorhaben im wahrsten Sinne des Wortes schwerer als gedacht erwies. Bis alle Unklarheiten bei der Baugenehmigung für das logistisch aufwendige Projekt ausgeräumt werden konnten, dauerte es etwas länger als vorgesehen, wie Reinhard Kuhne erklärt.

Doch mittlerweile ist alles klar, die Genehmigung ist da und der Plan steht. Die Gruben für die Fundamente, auf denen die drei Wasserfahrzeuge künftig stehen werden, sind bereits ausgehoben, demnächst werden diese dann auch gesetzt. Anschließend kommen darauf die Tragkonstruktionen, ähnlich wie sie auch an der „Zeuner“ schon zu sehen sind. In zwei Monaten wird das wahrscheinlich passieren, so Reinhard Kuhne weiter.

Definitiv noch in diesem Jahr werden dann auch der Eimerkettenbagger sowie die Schute aus dem Hafenbecken an Land gehoben, kündigt der Gise-Geschäftsführer an. Ein Autokran mit 300 Tonnen Tragkraft wird dabei zum Einsatz kommen, um die 70 und 35 Tonnen schweren Boote an ihren Platz zu hieven. Vorher werden sie geleichtert, also alles entfernt, was entfernt werden kann, um ihr Gewicht zu verringern. Der Taucherschacht wiegt sogar gut 265 Tonnen.

Sind sie dann sicher verankert, kommen die von der Gise betreuten Teilnehmer einer Jobcenter-Maßnahme zum Einsatz und arbeiten die Schiffe unter fachmännischer Anleitung wieder auf. Danach können sie wie die „Gustav Zeuner“ von interessierten Besuchern besichtigt werden. Wann das möglich sein wird, kann noch niemand sagen, frühestens aber in zwei Jahren. Zum Vergleich: An der „Zeuner“ wurde vier Jahre gearbeitet.

Möglich wird die maritime Museumsmeile durch den Einsatz des Jobcenters Magdeburg, das die Aktion als Qualifizierungsmaßnahme finanziert.