Magdeburg l Am 5. April 2018 wäre Hannes Schindler 27 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass demonstrierten zwei Dutzend FCM-Fans am Donnerstagnachmittag vor dem Justizzentrum in Magdeburg. 

Im Oktober 2016 war der FCM-Fan tödlich verunglückt. Er war nachts in eine Regionalbahn in Haldensleben gestiegen, in der auch Fans des Halleschen FC saßen. Kurz nach Fahrtbeginn war Hannes aus dem Zug gestürzt. Zehn Tage später erlag er seinen Verletzungen. Im Frühjahr 2017 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren im Fall Hannes ein.

Beschwerde gegen Verfahrenseinstellung

Damit geben sich die FCM-Fans nicht zufrieden. Der Anwalt der Angehörigen hat vor einem Jahr Beschwerde gegen die Verfahrenseinstellung eingelegt. Bis heute steht eine Entscheidung durch die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg aus. Das bestätige am Donnerstag Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten.

Hannes Eltern Silke und Horst Schindler sind "vom Rechtssystem enttäuscht". Silke Schindler: "Man fühlt sich hilflos und machtlos." Ein Alltag sei seit dem Tod von Hannes bei weitem nicht eingekehrt. "Wir gehen wieder arbeiten, aber es gibt noch oft ganz schlechte Tage", sagt Horst Schindler. Hannes Eltern seien froh, dass sie so viel Unterstützung von den FCM-Fans erfahren.

Hoffen auf Antworten im Fall Hannes

Einer, der bei der Organisation solcher Demonstrationen wie am Donnerstag immer tatkräftig unterstützt, ist Wilhelm Toeller. "Die Eltern können nur Ruhe finden, wenn es endlich intensive Ermittlungen im Fall Hannes gibt", erklärt der FCM-Fan. Ihm sei es ein Rätsel, wie das Verfahren eingestellt werden konnte - ohne dass ein abschließendes Gutachten der Bahn vorgelegen habe.

In keiner der Akten sei eine Antwort auf die Frage zu finden, ob während der Fahrt überhaupt eine Zugtür von einer einzelnen Person geöffnet werden könne, so Wilhelm Toeller. Er und die anderen Demonstranten forderten am Donnerstag, dass Staatsanwälte außerhalb von Sachsen-Anhalt sich dem Fall annehmen.