Magdeburg l Von knapp 60 auf 106,9 Millionen Euro sind die Kosten für die neue Elbbrücke schon vor dem Baustart angewachsen. Das geht aus einem Nachtrag zum Haushaltsplan 2018 hervor, den Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am 7. Dezember 2017 öffentlich machte.

Anlass war der eilig anstehende Beschluss im Stadtrat Magdeburg über die Vergabe der reinen Brückenbauleistungen. Er ging am Abend im Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung reibungslos und nach Angaben von Trümper ohne Gegenstimme über die Bühne. Der Brückenschlag hat im Stadtrat – im Gegensatz zum Tunnelbau – keine Feinde.

Kostenexplosion bei Magdeburger Bauprojekt

Die gewaltige Teuerung noch vor dem ersten Spatenstich ist dennoch eine weitere bittere Pille. Trümper erklärt den Aufwuchs mit exorbitanten Kostensteigerungen mitten in einer Hochkonjunktur für Baukonzerne. „Man muss schon froh sein, wenn man überhaupt noch eine Firma kriegt.“

Zur Ausschreibung des Brückenbaus gingen vier Gebote ein. Das niedrigste gab nach Angaben von Trümper die Bietergemeinschaft Züblin/Strabag mit 85 Millionen Euro ab. Das höchste Gebot lag nach Volksstimme-Informationen deutlich jenseits der 100-Millionen-Euro-Marke.

Magdeburger Brücke wird ab 2018 gebaut

Züblin/Strabag erhielten den Zuschlag für den Brückenbau, der von Frühjahr 2018 bis Herbst 2021 über die Bühne gehen soll. Inklusive weiterer Kosten für Planung, Grundstückskäufe, Straßenbau und Kampfmittelbeseitigung summieren sich die Baukosten damit aktuell auf knapp 107 Millionen Euro. Mit 85 Millionen Euro beteiligt sich das Land am Bau. Der Förderbescheid ist nach Angaben von Trümper am 6. Dezember 2017 eingegangen.

Im Verhältnis noch stärker gestiegen sind die Kosten für die laufende Sanierung der Anna-Ebert-Brücke. Trümper: „Statt 4,5 Millionen Euro liegen wir jetzt bei rund 12 Millionen.“ Hier schlägt auch ein unerwarteter Mehraufwand ins Kontor.

Magdeburger Tunnelbau schluckt weiter Geld

Ebenfalls auf seiner Sitzung gab der Stadtrat Magdeburg grünes Licht für den aktuellen Tunnelkostenplan (aktuell 140 Millionen Euro). Der Beschluss erging nach zweistündiger Redeschlacht mehrheitlich bei Gegenstimmen und Enthaltungen von Linken und Grünen. Weitere Mehrkosten am Tunnelbau sind avisiert.