Magdeburg l Zahlreiche Titel konnte der Karateka Stephan Walsleben vom „Hatsuun Jindo“-Karate-Club (HKC) Magdeburg Barleben in seiner Laufbahn als Sportler gewinnen. Er war unter anderem Weltmeister, Vize-Europameister und hat damit so ziemlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. „Nur Deutscher Meister bin ich nie geworden, das ist ein Titel, der in meiner Sammlung fehlt“, erzählt der 34-Jährige schmunzelnd.

Er selbst wird diesen Titel wohl auch nicht mehr erringen. Denn Stephan Walsleben hat sich entschieden, aus dem Wettkampfgeschehen auszusteigen. Er wolle sich künftig mehr um seine Familie kümmern und seine Partnerin Juliane Gluschke unterstützen.

Zeit fürs Training fehlt

Töchterchen Helena ist zweieinhalb Jahre alt, Tochter Emilia kam erst vor wenigen Wochen zur Welt. Außerdem: „Ich habe gedacht, ich steige lieber auf einem hohen Niveau aus, als noch weiterzumachen, aber aufgrund der fehlenden Zeit fürs Training nicht mehr die guten Leistungen zu bringen“, sagt er.

Doch wer sich für Karate entscheidet, bleibt diesem Sport meist ein Leben lang treu. Und so bedeutet der Ausstieg aus dem aktiven Wettkampfgeschehen nicht, dass Stephan Walsleben künftig gar nicht mehr auf der Matte stehen wird. Im Gegenteil: Als Cheftrainer beim HKC leitet er Trainer an, außerdem gibt er dem Leistungskader auch selbst Trainingseinheiten.

Lebensgefährtin ebenfalls Trainer

Seine Lebensgefährtin ist auch Trainerin. Sie bringt den jüngeren Sportlern Karate bei. Kennengelernt haben sich die beiden aber nicht erst beim Karate, sondern schon viel früher. „Wir haben schon zusammen im Sandkasten gespielt“, erzählt Stephan Walsleben.

Wie er überhaupt zu dem Sport kam? „Ich habe 1990 mit Taekwondo angefangen und bin dann 1996 durch meine Mutter zum Karate gewechselt. Meine ersten Wettkämpfe hatte ich dann 1998“, erzählt Stephan Walsleben. Für ihn ist der Sport „ein super Ausgleich zum Tag“. Beim Karate lernt man aber auch sich selbst und seinen Körper kennen, befindet sich auch im Kampf mit dem Körper. Außerdem lernt man Körperbeherrschung.

Sportler arbeitet beim Landeskriminalamt

Im Beruf habe ihm der Sport auch schon oft weitergeholfen. Stephan Walsleben hat sich als Polizist verwirklicht. Er arbeitet beim Landeskriminalamt. Früher war er bei der Bereitschaftspolizei und arbeitete auch in Schichten. Dass das heute nicht mehr notwendig ist, darüber ist er sehr froh.

Viel Zeit für anderes bleibt bei Familie, Sport und Arbeit nicht. „Ich koche sehr gern, habe auch schon ein bisschen zugenommen, seit ich nicht mehr so häufig trainiere“, sagt der Familienvater schmunzelnd. Außerdem ist er gern auf Reisen.

Durch Sport in aller Welt unterwegs

Auch durch seinen Sport kam er viel in der Welt herum – er war schon in Florida, Japan, Osteuropa und in vielen Ländern Mitteleuropas. Oft habe sich das, was er an fremden Orten gesehen habe, allerdings auf Sporthallen beschränkt. Das kann sich nun ändern. Und darauf freut sich der frühere Weltmeister schon.