Geldwirtschaft

Fusion zu "Sparkasse MagdeBurg"

Die Sparkassen Magdeburg und Jerichower Land verschmelzen zu einer Einheit mit mehr als 150.000 Konten.

Von Rainer Schweingel 05.02.2021, 19:45

Magdeburg//Burg l Paukenschlag in der regionalen Finanzwelt. Die Sparkassen Magdeburg und Jerichower Land wollen fusionieren. Ab 1. März 2021 sollen beide Kreditinstitute unter dem Namen „Sparkasse MagdeBurg“ mit bewusst groß geschriebenem „B“ firmieren und so die neue Einheit auch im Schriftbild ausdrücken.

Mit der Fusion entsteht nach der Sparkasse Halle-Saalkreis das zweitgrößte Kreditinstitut dieser Art in Sachsen-Anhalt. Die künftige Bilanzsumme soll sich bei knapp vier Milliarden Euro bewegen. Die Größenanteile liegen dabei dem Vernehmen nach bei rund 72 Prozent auf Magdeburger Seite. 28 Prozent steuert das Kreditinstitut aus dem Nachbarkreis zu.

Die Fusion der Sparkasse muss von Kommunalparlamenten noch beschlossen werden. Am 18. Februar entscheidet der Magdeburger Stadtrat. Einen Tag später muss der Kreistag des Jerichower Landes einen Beschluss fällen. Das Bundeskartellamt hatte unter dem Aktenzeichen B9-30/21 den Zusammenschluss beider Institute schon öffentlich bekanntgegeben. Zum 1. März wäre dann die Fusion formell vollzogen.

Die Übergangsphase mit einem organisatorischen Umbau und der Bildung neuer gemeinsamer Gremien soll dann bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Magdeburgs OB Lutz Trümper (SPD), in dieser Eigenschaft automatisch Vorsitzender des Verwaltungsrates der Magdeburger Sparkasse, erklärte: „Ich sehe nichts Negatives in diesem Zusammenschluss. Es muss niemand Angst haben um Gebühren, Arbeitsplätze oder Filialen.“

Der Wunsch der Fusion sei dabei von den Kollegen aus dem Jerichower Land gekommen. Es habe aber weder bei Magdeburg noch beim Jerichower Land Zwang zu einer Fusion bestanden, erklärte Trümper weiter. Im Sommer 2020 habe es erste Gespräche gegeben, nachdem ein Zusammenschluss der Sparkassen Jerichower Land und Stendal nicht zustande gekommen war.

Befürworter ist auch Landrat Steffen Burchhardt (SPD), zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse Jerichower Land. „Wir haben gute Gespräche geführt, auf Augenhöhe verhandelt und schlagen mit dem Zusammenschluss einen Weg ein, der für beide Seiten zukunftsträchtig ist.“

Vorbehaltlich der Ratsbeschlüsse sollen in den nächsten Monaten die Gremien für die neue „Sparkasse MagdeBurg“ gebildet werden. Dazu gehört auch die Gründung eines Zweckverbandes, weil hier zwei Gebietskörperschaften eine Aufgabe gemeinsam lösen. Der Zweckverband, bestehend aus Vertretern Magdeburgs und des Jerichower Landes, entsendet dann Vertreter in den neuen Verwaltungsrat. Der wiederum bestimmt die Grundsatzentscheidungen des neuen Kreditinstitutes.

Besetzt wird der Verwaltungsrat vermutlich anteilig nach der eingebrachten Bilanzsumme. Die Gefahr, dass dabei Magdeburg den kleineren Partner unterbuttert, bestehe aber nicht, beteuert Trümper, weil die Entscheidungen mit allen Beteiligten einvernehmlich und stets im Gesamtinteresse der neuen Sparkasse getroffen werden müssten. Aussagen über den künftigen Sparkassenvorstand wurden nicht gemacht.

Trümper sieht auch wirtschaftliche Vorteile der Fusion. Eine größere Sparkasse könne auch größere Kredite vergeben. Davon könne die regionale Wirtschaft profitieren, sagte er. Zudem könne gemeinsam das Thema Digitalisierung besser angegangen werden. Für Magdeburger Kunden ändere sich nichts.

Magdeburg ist bereits Mitglied eines Zweckverbandes. So gibt es ein solches Gremium mit der Gemeinde Barleben zum Zoo, an dessen GmbH auch Barleben beteiligt ist.