Magdeburg l Ließe sich mit Gastronomie nicht etwas mehr Leben auf den Magdeburger Domplatz holen? Diese Fragestellung der Bündnisgrünen hatte der Stadtrat an die Magdeburger Stadtverwaltung weitergegeben, und diese hat jetzt das Ergebnis ihrer Überlegungen vorgelegt.

In dem Papier heißt es: „Seitens der ansässigen Gastronomen bestehen derzeit keine Ambitionen, eine gastronomische Einrichtung direkt auf dem Domplatz einzurichten.“ Zwar hatte das Il Capitello während des Umbaus des Domplatzes Interesse bekundet – ein Konzept oder weitere Planungen seien aber nicht erfolgt.

Schwierig könnte eine Nutzung des Innenbereichs des Domplatzes für einen Gastronomiebetrieb ohnehin wegen dessen Nutzung für Veranstaltungen werden.

Veranstalter bringen die Gastronomie mit

Denn üblicherweise bringen Veranstalter ihre eigenen Gastrobetriebe mit. Und das wiederum würde bedeuten, dass die ortsansässigen Gastronomen das Feld gerade dann räumen müssten, wenn das Geschäft aufgrund einer Vielzahl an Besuchern besonders vielversprechend wäre.

Im Zuge der Umgestaltung des Geländes hatte die Stadtverwaltung ein Nutzungskonzept entwickelt, das die Zahl der Veranstaltungen auf dem Platz begrenzt. Neben dem Auftritt des Theaters Magdeburg mit einem Open-Air-Musical vor dem Abschluss der Theatersaison im Sommer – für 2018 steht „Jesus Christ Superstar“ auf dem Programm – umfasst dieses auch einzelne Konzerte. Im Jahr 2018 wird in diesem Zusammenhang das norwegische Poptrio a-ha auf dem Magdeburger Domplatz gastieren.

Laut Stellungnahme der Stadtverwaltung hat sich das Konzept, das seit Sommer 2015 gilt, bewährt.

Konzept hat sich seit 2015 bewährt

Es gebe keine Notwendigkeit, das Konzept inhaltlich anzupassen oder aufzuheben, heißt es in dem Papier. In der Volksstimme hatten sich allerdings erst im zu Ende gehenden Jahr einige Leser per Leserbrief zu Wort gemeldet, die die Nutzung des Domplatzes gerade für lautstarke Veranstaltungen und mit umfangreichen Aufbauten kritisieren. Unter anderem komme dann der Dom nicht zur Geltung.

Der Magdeburger Domplatz war in den vergangenen Jahren mit einer neuen Pflasterung, mit Sitzbänken und einer neuen Beleuchtung versehen worden. Wenn der Platz nicht für Veranstaltungen genutzt wird, ist gerade das Wasserspiel, das karolingische Gewölbebögen andeutet und bei dem in der Dunkelheit die mit einer LED-Beleuchtung hervorgerufenen kaiserlichen Farben zu erkennen sind, ein besonderer Hingucker.