Magdeburg l Ein Blick durch die Fenster verrät: Im „Riff“ werden offenbar die Zelte abgebrochen. Getränkekisten sind gestapelt, Gläser zum Einpacken aufgereiht. Die Kneipe in der Sternstraße war über 15 Jahre lang eine feste Konstante im Nachtleben am Hasselbachplatz. Nach der Schließung des „Jakelwoods“ Ende 2019 und dem Aus für das „Café Central“ zum Ende des vergangenen Jahres ist es der nächste prominente Abgang im Kiez.

Offizielle Infos über die Schließung gibt es bislang allerdings weder auf der Internet-, noch der Facebook-Seite der Kneipe. Die ehemaligen Betreiber des „Centrals“ verabschieden sich jedoch auf ihren sozialen Kanälen von den „besten Nachbarn“ und frühere Stammbesucher teilen ihre Erinnerungen an vergangene Kneipennächte. Auf Anfragen der Volksstimme gab es bis gestern Abend keine Reaktion vom „Riff“-Team. Somit gibt es auch keine Aussage, was zur Schließung geführt hat.

Für Marianne Tritz, seit vergangenen Dezember neue Hasselbachplatz-Managerin, ist „jede Kneipe, die am Hassel schließt, eine zuviel“, wie sie sagt. Gerade das „Riff“ mit seiner für Magdeburger Kneipenverhältnisse langen Geschichte sei ein großer Verlust, erklärt sie weiter. „Es war für viele Leute ein Lieblingsort“, meint sie.

Zu den Hintergründen der Schließung könne sie auch nichts sagen. „Die Situation ist für alle nicht einfach“, erklärt sie nur mit Blick auf die Corona-Situation. Seit Monaten haben die Gastronomen der der Stadt wegen der Kontaktbeschränkungen geschlossen. Auch ihre Arbeit beschränke sich derzeit hauptsächlich auf Gespräche für Aktionen für die Zeit nach dem Lockdown.

Das Hasselbachplatz-Management war eingerichtet worden, um das in negatives Licht gerückte Kneipenviertel wieder aufzuwerten. Tritz' Vorgängerin, Alena Hertrich, hatte im vergangenen Herbst überraschend das Handtuch geworfen. Eine offizielle Begründung gab es nicht.

Ende 2019, also noch vor Corona, hatte bereits der Betreiber des „Jakelwoods“ nach 20 Jahren die Kneipentüren geschlossen. Zuvor hatten sich auch schon unter anderem „Markant“, „Deep“ und das „Liebig“ verabschiedet. Im Sommer vergangenen Jahres kündigten die „Central“-Betreiber ihren Rückzug vom Hassel an. Der „Kiezladen“ des Projekts „Platz*machen“ zieht in die Räume. Die Eröffnung musste pandemiebedingt verschoben werden.

Schließungen prominenter Lokale gab es im Vorjahr auch außerhalb der Altstadt: Mit „Amsterdam“ und „Allards“ machten langjährige Institutionen in der Gastroszene zu. Für beide Objekte gibt es aber bereits neue Betreiber, die auf das Ende des Lockdowns warten. Ob sich diese Möglichkeit auch für das „Riff“ ergibt, werden die nächsten Monate zeigen. Die Räume der 2017 geschlossenen „Urbar“ in direkter Nachbarschaft stehen jedoch immer noch leer.