Magdeburg l Eine glückliche Heike Woost meldete sich kürzlich am Telefon und bestätigte der Volksstimme: „Ja, wir haben die Genehmigung der Sozialagentur erhalten.“ Die Geschäftsführerin der Lebenshilfe wirkte daher auch sichtlich erleichtert. Schließlich hatte sie sich gemeinsam mit ihrem Team über Jahre für die beiden Neubauten an der Leipziger Straße, Ecke Halberstädter Straße, eingesetzt. Dort sollen Menschen mit Behinderung ein Quartier mitten in der Stadt erhalten.

„Wir haben uns wirklich sehr gefreut, wie zu DDR-Zeiten über ein Westpaket“, sagt sie. Nun liegt es nur noch an der Stadt Magdeburg, die die Baugenehmigung erteilen muss. Und da gebe es ebenfalls Fortschritte, berichtet Heike Woost. Mit dem Bau soll, wenn alles klappt, im Frühjahr begonnen werden.

19 Millionen Euro

Errichtet werden zwei Häuser. 19 Millionen Euro wird die Lebenshilfe in etwa investieren. Das erste Haus ist ein Ersatzneubau für die Einrichtung im Kannenstieg. Dort sollen Wohngruppen eingerichtet werden. Im zweiten Gebäude werden Pflegeplätze für Menschen mit und ohne Behinderung angeboten. Dort wird integrativ gearbeitet, worüber sich Heike Woost besonders freut. Neu gegenüber den ersten Entwürfen ist, dass auch Mietwohnungen für Familien angeboten werden, die einen Angehörigen mit einer Behinderung haben und daher auf barrierefreie Wohnräume angewiesen sind.

Die Häuser sollen Ersatz für die Unterbringungsmöglichkeiten im Kannenstieg sein. 20 Leute leben derzeit in einem Wohnheim am Schrotebogen, 50 weitere in Plattenbauten, die nicht im Geringsten den Anforderungen an barrierefreien Wohnraum gerecht werden würden. „Das sind unsere ältesten Wohnstätten“, sagt Heike Woost. Sie seien in den Jahren 1989 und 1990 bezogen worden.

Dass es drei Jahre dauerte, ehe die Sozialagentur die Genehmigung erteilte, hatte mit strengen Auflagen zu tun. Die Agentur ist Träger der Kosten für die Unterbringung eines behinderten Menschen, der darauf einen Rechtsanspruch hat. Sie erkannte die geplanten Bauten nicht als Ersatzneubau des Schrotebogen-Quartiers an. Immer wieder hatte die Lebenshilfe ihr Konzept daher geändert und angepasst, so dass es nun schließlich die Genehmigung gab.

Auf dem Gelände ist ein im vorigen Jahr gefällter Ginkgo-Baum wieder ausgetrieben. Ob dieser erhalten werden könne, dazu konnte Heike Woost noch keine Aussage treffen. Selbst ein Ginkgo-Fan versicherte sie jedoch, dass auf dem Gelände auf jeden Fall auch wieder neue Ginkgo-Bäume gepflanzt würden.