Magdeburg l Am Freitag sah sich Oberbürgermeister Lutz Trümper die Misere persönlich an. Seit ihrer Sanierung vor neun Jahren bereitet die Schwimmhalle an der Großen Diesdorfer Straße dem Magdeburger Stadtoberhaupt immer wieder Kopfzerbrechen. Jüngster Anlass: Die Beckenfolie ist undicht geworden, so dass das Wasser in die Katakomben unter dem Schwimmbecken fließt.

„Nach der geplanten Sanierung des Beckengangs trat das Problem auf“, berichtete Stefan Matz, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Schule und Sport dem OB. Er erwarte das Ergebnis eines Gutachtens, das das weitere Vorgehen vorgeben soll. Schon jetzt zeichne sich aber ab, dass es auf eine Entscheidung zwischen der Erneuerung der Beckenfolie oder einer komplett neuen Edelstahlverkleidung hinauslaufe.

Kosten: mindestens 250.000 Euro

Dabei würden zwei Faktoren eine maßgebliche Rolle spielen. Zum einen sei da die Kostenfrage. Das 2000 Kubikmeter große Becken der Diesdorfer Halle mit neuer Folie auszulegen, würde grob geschätzt 250.000 Euro kosten, sagte Stefan Matz. Bei der Edelstahlverkleidung würde mindestens das Doppelte dieses Betrages fällig werden. Und das seien die reinen Anschaffungskosten, die Montage käme noch dazu.

Dafür hätte die Edelstahlwanne allerdings auch eine Haltbarkeitsdauer von gut 50 Jahren. Bei der Folie sind es lediglich knapp zehn Jahre – die Folge der Sparsamkeit damals kann man aktuell sehen.

Monatelange Schließung droht

Die Zeit ist bei den Überlegungen aber noch aus einem anderen Grund ein entscheidender Punkt. Denn während die neue Folie in zwei Wochen lieferbar wäre, müssten die Edelstahlteile erst maßgeschneidert angefertigt werden. Bei der aktuellen Marktlage würde das mehrere Monate dauern, sagte Stefan Matz. Genauso lange müsste die Schwimmhalle in Stadtfeld dann also auch noch geschlossen bleiben. Und das gerade in der kalten Jahreszeit, in der die Hallen das Schulschwimmen, den Vereinssport (beispielsweise die Zweitliga-Spieler der Wasserball Union Magdeburg) sowie die regulären Besucher abdecken müssen.

Aktuell gebe es zwar für Schulen und Vereine Lösungen in den drei verbliebenen Hallen, diese gehen aber zulasten der öffentlichen Schwimmzeiten, so Matz. Zumal aus Corona-Gründen weniger Besucher zeitgleich zugelassen sind.

Bevor eine Entscheidung getroffen werden kann, muss das Gutachten vorliegen. Das soll in dieser oder der kommenden Woche passieren, erklärte der Vize-Leiter des Fachbereichs. „Ich hoffe, wir kriegen das hin. Die Halle wird ja gebraucht“, betonte Rathaus-Chef Lutz Trümper.