Magdeburg l Grünes Licht hat der Stadtrat Magdeburg in seiner Sitzung am 16. August 2018 für den Umbau eines innenstadtnahen Areals zwischen Lorenzweg und Albert-Vater-Straße gegeben. Der entsprechende Bebauungsplan „„Lorenzweg/Steinkuhle“ wird nun öffentlich ausgelegt.

Auf dem Gelände befinden sich das Baudezernat und das Edithagymnasium. Neben einer neuen Sporthalle (Ersatzneubau Hermann-Gieseler-Halle) und weiteren Sportfunktionsbauten soll am südlichen Zipfel ein Gewerbegebiet angelegt werden. Gegen letztere Pläne intervenierte das Umweltamt heftig, denn das zwischen Ringabfahrt und Total-Tankstelle unmittelbar an die Albert-Vater-Straße angrenzende Areal ist dicht begrünt.

Umweltamt lehnt Fällungen ab

„Die geplante Bebauung würde die letzte im Gebiet noch vorhandene und als Lebens- und Rückzugsraum funktionsfähige Gehölzstruktur zerstören“, schreibt die Naturschutzbehörde in ihrer rundweg ablehnenden Stellungnahme.

Das Magdeburger Umweltamt ersuchte die Verwaltung, von der Ausweisung des grünen Fleckens als Gewerbegebiet entweder gänzlich Abstand zu nehmen oder Baurecht nur für den kleinen, heute von Garagen bestellten Teil zu gewähren. Der Bauausschuss folgte dem Einwand, deshalb hatte am Donnerstag der Stadtrat das letzte Wort.

Stadt verweist auf Investoreninteresse

Der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann (parteilos) verteidigte den Bebauungsplan und verwies auf Investoreninteresse. „Aus unserer Sicht grenzt eine Beschränkung des Baugebietes ausschließlich auf den Garagenkomplex das Gewerbegebiet stark ein und das ist eine ungünstige Situation für Ansiedlungen.“

Eine große Ratsmehrheit folgte ohne weitere Debatten der Verwaltungssicht und wischte die Bedenken des Umweltamtes vom Tisch. Auch dem Verlangen des Amtes nach dem Schutz eines besonders prächtigen Baumes (Eibe mit 183 cm Stammumfang) kamen die Verwaltung und in der Folge die Ratsmehrheit nicht nach. Auch der Erhalt dieses einen Baumes würde die zur Bebauung vorgesehene Fläche zu stark einschränken, so das Baudezernat.

Insgesamt stehen mehr als 342 Gehölze, teils schützenswerte, im Baugebiet. Für einen Teil ist Bestandsschutz vorgeschrieben. Das Umweltamt ist allerdings sicher: „Auch bei größtmöglicher Schonung des Baumbestandes werden Fällungen unvermeidlich sein.“