Magdeburg l Woher kommen die beiden hölzernen Frauen, die vor dem Vereinshaus der Siedlersparte Milchweg e. V. in Magdeburg stehen? Diese Frage treibt den Vereinsvorsitzenden Manfred Uhe und die anderen Mitglieder schon lange um.

Die Schnitzerei ist eine Art Vereinssymbol. Sie ziert u. a. die Briefe, die der Vereinsvorstand verschickt. Und auch auf den Einladungen zur 80-Jahr-Feier der Siedlung am kommenden Wochenende sind die Figuren zu sehen. Doch woher sie kommen und welche Bedeutung sie ursprünglich hatten, könne heute keiner mehr sagen, erklärt Uhe. Man wisse nur, dass es sie im Prinzip „schon immer“ gab.

Zuhause für Arbeiterfamilien

Entstanden ist die Milchweg-Siedlung Ende der 1930er Jahre auf freiem Feld, um kinderreichen Arbeiterfamilien aus den großen Fabriken in Rothensee und der Neustadt ein Zuhause zu geben. Dem nationalsozialistischen Zeitgeist entsprechend wurden die Straßen der neuen Siedlung nach den deutschen Kolonien in Afrika benannt. So gab es u. a. einen Togoweg, Kameruner Weg und Daressalam-Weg.

Im Rechenschaftsbericht des „Vereins für Kleinwohnungswesen“ für 1938 sind die entsprechenden Straßenschilder zu sehen. Auf den Schwarz-Weiß-Fotos spielen Kinder darunter. Ebenfalls zu erkennen sind kunsthandwerkliche Schnitzereien, die an der Spitze der Pfähle angebracht wurden. Daher ist eine Vermutung, dass auch die Figur mit den zwei Frauen aus den Anfängen der Siedlung stammt. Sie entspräche auch dem typischen Bild einer Frau zur damaligen Zeit, meint Manfred Uhe.

Keine Aufzeichnungen vorhanden

Allerdings wurde die arbeitende Frau – eine der Figuren stützt sich auf einem Spaten auf – auch zu DDR-Zeiten entsprechend dargestellt, so dass auch ein späterer Entstehungszeitpunkt möglich wäre. Aufzeichnungen zur Figur gibt es jedoch keine. Alle Recherchen seitens des Siedlervereins zu einem möglichen Künstler, der sie einst geschaffen hat, sind bisher im Sande verlaufen.

Aus der Nähe kann man sich die Figur am kommenden Sonnabend ansehen, wenn ab 15 Uhr am Vereinshaus im Bittkauer Weg das Siedlungsbestehen gefeiert wird.

Hinweise erwünscht

Hinweise zu den Holzfrauen vom Milchweg können per E-Mail an stefan.harter@volksstimme gegeben werden.