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Hochschule Magdeburg: Mit Licht zur Mobilität der Zukunft

Wie kann Licht in Zukunft die Mobilität unterstützten. Die Hochschule Magdeburg-Stendal forscht daran.

21.07.2022, 05:00
Prof. Benedikt Kleinert von der Hochschule Magdeburg-Stendal forscht an der Mobilität der Zukunft.
Prof. Benedikt Kleinert von der Hochschule Magdeburg-Stendal forscht an der Mobilität der Zukunft. Foto: Pro M

Magdeburg (vs) - Viele Ideen über unsere künftigen Fortbewegungsmittel und deren Lichttechnik lassen sich mit den heutigen technischen Möglichkeiten noch nicht umsetzen. Die Forschungen und Entwicklungen von Prof. Dr.-Ing. Benedikt Kleinert finden deshalb virtuell statt.

Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen und mit welcher Lichttechnik? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Prof. Dr.-Ing. Benedikt Kleinert. Er lehrt an der Hochschule Magdeburg-Stendal im Bereich Konstruktion und CAD.

Ihn interessiert, wie sich die Mobilität und deren Beleuchtung künftig entwickeln kann. Gemeinsam mit seinen Studenten und Industriepartnern widmet er sich dieser Fragestellung in interdisziplinären Projekten. Konzepte und Funktionsmuster stammen von Studenten aus den Bereichen Maschinenbau, Mechatronik und Wirtschaftsingenieurwesen.

Studenten des Industrial Designs entwerfen das ansprechende Design des Modells. Doch die Projekte sind Zukunftsmusik, nach aktuellem Stand der Technik besteht keine Möglichkeit für die Herstellung. Die Entwicklung findet primär virtuell statt.

Fahrzeuge werden sich immer mehr vernetzen

Kürzlich entstand aus diesem Prozess eine Reisekapsel, die per Drohne weite Strecken zurücklegen kann und am Ende der Reise im innerstädtischen Bereich auf der Fahrbahn aufsetzt und am Straßenverkehr teilnimmt. Ebenfalls setzten sich die Studenten mit einem Monitoring System auseinander.

Das Fahrzeug soll Informationen über seine Insassen sammeln: Geht es ihnen gut? Wollen sie schlafen oder eine E-Mail schreiben?

Innovative Lichtfunktionen gehen automatisch auf die Bedürfnisse ein und passen sich selbstständig an die Anforderungen an. Ein Aspekt ist Kleinerts Studierenden besonders wichtig: Gesundheit! Könnten derartige Systeme auch einen Schlaganfall oder einen epileptischen Anfall eines Insassen erkennen? In einem solchen Fall könnten die Informationen als Warnung an eine Leitstelle weitergegeben werden.

Durch die virtuelle Produktentwicklung kann Prof. Kleinert bereits frühzeitig den Mehrwert von einzelnen Funktionen aufzeigen oder Wohlfühlsysteme entwickeln. Dabei stehen neben technischen Anforderungen und individuellem Fahrgefühl auch die Frage nach dem Datenmanagement zur Debatte. Fahrzeuge werden sich künftig untereinander vernetzen, insbesondere autonome Autos. „Es wird ein enormer Wandel stattfinden“, ist er sich sicher.

Labor soll aufgebaut werden

Für künftige Projekte möchte Prof. Kleinert die Digitalisierung an der Hochschule Magdeburg-Stendal vorantreiben. Er plant mit den Kollegen Professorin Hußlein und Professor Krüger des Industriedesigns den Aufbau eines VR/AR-Labors, das den Studenten aller Institute des Fachbereichs (Industrial Design, Elektrotechnik, Maschinenbau und technischer Betriebswirtschaft) für Studium und Lehre zur Verfügung steht.

Sein Wunsch ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Hochschule und externen Partnern, um Produkte durch die virtuelle Produktentwicklung nachhaltig zum Leben zu erwecken.

„Die Studierenden können eine virtuelle Absicherung durchführen, damit der Kunde im ersten Schritt keine teuren Prototypen anfertigen muss, um festzustellen, dass die Funktion nicht den Anforderungen entspricht.“ Als potenzielles Partnerunternehmen kommt für ihn in naher Zukunft auch Intel in Frage, deren Investition er als „Booster für Magdeburg und die Region“ sieht.

Wenn die Mobilität digitalisiert wird, überträgt sich das auf die Städte. Für Magdeburg wünscht sich Prof. Kleinert ein innovatives Lichtkonzept. Warum sollte ein Auto noch Licht erzeugen, wenn es schon Licht in der Stadt gibt?

Konkret bedeutet das: Autos und Leuchten in der Stadt kommunizieren miteinander und tauschen Informationen und Daten aus. Der Lichtbedarf wird automatisch angepasst.

So könnten auch nicht benötigte Lichtsysteme deaktiviert und Strom gespart werden. Ansätze zu einer Vernetzung von verschiedenen Systemen gibt es bereits. Ist Magdeburg schon bald eine Smart City?