Magdeburg l Seit der Vorwoche ist das Eckgrundstück Otto-von-Guericke-Straße/Danzstraße mit Bauzäunen verschlossen, am Montag begann ein Bagger mit ersten Erdarbeiten. Es sind die Vorboten für einen Hotelneubau mitten in der Innenstadt. Die europaweit agierende Kette „B&B Hotels“ wird dort ein Haus mit 113 Zimmern eröffnen, Baustart wird im kommenden Januar sein.

„Derzeit finden archäologische Grabungen auf dem Grundstück statt“, sagt Steffen Bockisch, Leiter der Abteilung Projektentwicklung bei der GP Papenburg Hochbau GmbH aus Halle. Das Bauunternehmen entwickelt erst seit gut anderthalb Jahren eigene Bauvorhaben, der Hotelbau ist das erste dieser Art in Magdeburg, erklärt er weiter.

Mit dem Fünfgeschosser wird auch eine Lücke geschlossen, die seit dem Zweiten Weltkrieg geklafft hatte.

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Klassische Kriegsbrache

Das einst dort stehende Gründerzeithaus war bei der Bombardierung der Stadt zerstört worden, die Fläche blieb leer, eine „klassische Kriegsbrache“, meint Bockisch. Eine Magdeburger Immobiliengesellschaft hat sie nun an das Hallenser Bauunternehmen verkauft. Aber nicht die ganze Fläche, sondern nur gut die Hälfte. Zu dem anderen Grundstück Richtung ehemaliges Ifa-Kaufhaus laufen noch Verkaufsverhandlungen des Eigentümers mit Interessenten. Nach Informationen der Volksstimme ist dort Wohnbebauung geplant.

Der Hotelneubau orientiert sich an der Höhe des benachbarten Wohnblocks sowie dem ursprünglichen Stadtgrundriss und wird L-förmig entlang der Straßen gebaut. Im Innenhof werden die Stellplätze für die Hotelgäste entstehen.

Wenn die Archäologen Anfang Januar mit ihrer Arbeit fertig sind – besondere Funde sind laut Bockisch nicht zu erwarten – erfolgt der eigentliche Baustart. „Sehr ambitioniert“ geht sein Unternehmen davon aus, dass das neue Hotel bereits Anfang Dezember des gleichen Jahres die ersten Gäste empfangen kann.

Für den Standort spricht laut Bockisch die „tolle Lage mit Domblick und Nähe zu Bahnhof und Innenstadt“. Hinzu komme, dass andere Hotels in die Jahre gekommen seien, Kunden aber moderne Standards gewöhnt sind. Die große Nachfrage nach der „Design-Budget“-Kategorie, wie sie beispielsweise auch das „Motel One“ am Dom anbietet, beweise das, so der Projektentwickler. Beim Innendesign werde man sich an Magdeburg-typischen Themen orientieren.

„Magdeburg war für uns der nächste logische Schritt“, sagt Michael Benner von „B&B Hotels“ auf Nachfrage. „Die Stadt ist zum einen durch den Dom, das Hundertwasserhaus, Theater und Uni interessant, aber auch durch die super Anbindung an die Bahn“, erklärt er weiter. Circa 10 Arbeitsplätze werden zudem durch die Ansiedlung entstehen.

Neubau ist Herausforderung

Für Sandra Y. Stieger, Geschäftsführerin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH, ist die Neuansiedlung auch eine Herausforderung. „Es ist notwendig, allen Hotels und Gastgebern vor Ort die Grundlage zu bieten, ihre Häuser wirtschaftlich betreiben zu können. Mit einem weiteren Hotel am Standort benötigen wir mehr Gäste und damit mehr Übernachtungen. Das ist eine Herausforderung, der wir uns stellen werden“, erklärt sie.