Magdeburg l Mit dem Projekt „Freiraumlabor“ sind im Juni und Juli neue Ansätze einer innovativen Innenstadtbelebung getestet worden. Sechs Wochen lang wurde der Breite Weg zu einem Begegnungs- und Kommunikationsraum. Konzerte, Workshops, Kunstaktionen, Sportangebote – der Aufenthalt in der Fußgängerzone sollte durch das Pilotprojekt an Qualität gewinnen. Rund 165 000 Euro hat das Projekt gekostet, 15 000 Euro mehr als geplant.

Doch nachhaltig wirke das Projekt nicht. Zwar sei während der Zeit des Freiraumlabors eine Erhöhung der Passantenfrequenz erfasst worden, eine deutliche und langfristige Änderung des Nordabschnitts zu einem Aufenthaltsort konnte jedoch nicht erreicht werden, erläutert Wirtschaftsbeigeordnete Sandra Yvonne Stieger (CDU) auf Anfrage des AfD-Stadtrats Mathias Kleiser.

City-Labor soll einmalig bleiben

„Der bestehende ‚Durchgangscharakter‘ ist erhalten geblieben. Frequenzmessungen an der Magdeburger Tourist Information haben für den Zeitraum Juni/Juli 2020 einen deutlichen Passantenrückgang verzeichnet, so dass eine positive Auswirkung mit Blick auf die gesamte Citybelebung nicht festzustellen sei, erläutert Stieger. Dass der Rückgang pandemiebedingte Gründe haben könnte, blieb in der Ratsinformation unberücksichtigt.

Dennoch: Eine veränderte Wahrnehmung konnte durch das Freiraumlabor hervorgerufen werden. Insbesondere jüngere Magdeburger haben den Breiten Weg/Nordabschnitt zum ersten Mal bewusst als städtischen Raum wahrgenommen, so die Beigeordnete. Eine Fortführung des Projektes „Freiraumlabor“ wird es nicht geben. Es sei als einmaliges Projekt beschlossen und durchgeführt worden.

Nachnutzung andernorts möglich

„Wir haben viel aus dem Freiraumlabor gelernt. Diese Erkenntnisse werden in die strategische Planung zur Weiterentwicklung der Innenstadt einfließen“, erklärt Stadtsprecher Michael Reif. Die im Rahmen des Projektes angeschafften Stadtmöbel, mit denen der öffentliche Raum gestaltet wurde, werden über die Wintermonate eingelagert. Eine Nachnutzung andernorts sei beispielsweise für diverse Veranstaltungen oder zur Belebung von Plätzen sei möglich.