Magdeburg l 1134 Kitaplätze sind seit dem Jahr 2016 in Magdeburg geschaffen worden, allein zehn Einrichtungen wurden neu errichtet, andere saniert und erweitert. Eine beachtliche Leistung und dennoch nicht genug, wie die Stadtverwaltung Magdeburg jetzt einräumen muss. Die neue Infrastrukturplanung für die Betreuung von Kindern unter sieben Jahren liegt vor und soll im Februar 2020 von den Stadträten beschlossen werden.

So wies das Kitaportal zuletzt weiterhin über 340 fehlende Plätze aus. Dabei gab es zum Stichtag im November genau 11.232 Betreuungsplätze im Stadtgebiet, sowohl in Einrichtungen als auch in Tagespflegestellen. Würde man die Betriebserlaubnisse bis zu den Grenzen ausreizen, wären es sogar über 12.200 Plätze.

Flüchtlingskinder und Kinder vom Umland

Obwohl die Geburtenzahlen nicht mehr steigen, sagen die Prognosen, dass die Nachfrage insgesamt konstant hoch bleibt. Eine Rolle spielt dabei der Nachzug bei Flüchtlingsfamilien. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund wuchs seit 2016 von 10 auf 16 Prozent. Doch auch Kinder aus dem Umland, die in Magdeburger Kindergärten betreut werden, machen einen beachtlichen Anteil aus. Zuletzt lag deren Zahl bei über 470 – lediglich gut 170 Kinder aus Magdeburg besuchen eine Einrichtung auswärts.

Auch die Personalsituation bei den Erziehern trägt zum Defizit bei. Über 37 Prozent von ihnen sind älter als 50 Jahre, Nachwuchs zu finden, wird zunehmend schwieriger, heißt es seitens der Stadt. Die Reservierung von Plätzen für Geschwisterkinder und der Alterswechsel innerhalb der Einrichtungen sind weitere Faktoren.

Aus diesen Gründen sollen weitere Plätze geschaffen werden. Ab diesem Jahr wird an der Kita „Buckauer Spatzen“ ein Anbau entstehen, der Platz für 24 Krippenkinder bieten soll. Neu errichtet werden sollen zwei Einrichtungen in Alte Neustadt sowie Ottersleben.

Kita auf altem Brauerei-Gelände

Der Investor, der die alte Bördebrauerei an der Sieverstorstraße entwickeln will, plant dort auch eine Kita. Träger soll die Stiftung Evangelische Jugendhilfe werden. Insgesamt 126 Plätze könnten dort entstehen.

Zudem möchte der Träger Ottersleber Lebenskreis auf seinem Gelände am Frankefelde eine dritte Einrichtung mit 44 Krippenplätzen bauen. Weiterhin sollen die bereits neu gebauten Einrichtungen in der Struvestraße und Hellestraße voraussichtlich ab 2022 als eigenständige Einrichtungen mit 289 Plätzen geführt werden. Derzeit sind dort noch die Kitas „Storchennest“ und „Spielinsel“ untergebracht, weil ihr Standort saniert wird. Denn auch das Sanierungsprogramm will die Stadt in den nächsten Jahren fortsetzen. 16 Einrichtungen stehen noch auf der Warteliste.

Abgelehnt wurden die Anträge von zwei Trägern für eine neue Einrichtung im Winterhafen sowie einen Naturkindergarten in Ottersleben.

Insgesamt gibt es in Magdeburg derzeit über 100 öffentlich geförderte Kindertagesstätten, eine privat finanzierte Einrichtung sowie 80 Tagespflegestellen.