Magdeburg l Ab 17. Oktober könnten die Magdeburger Verkehrsbetriebe Baurecht für den vierten Streckenabschnitt der zweiten Nord-Süd-Verbindung in Magdeburg haben. Das Planfeststellungsverfahren hat Genehmigungsreife erzielt. Der Planfeststellungsbeschluss wird vom 5. bis 16. September im Baudezernat an der Steinkuhle ausgelegt. Das bietet für Betroffene noch einmal die Möglichkeit, Einsicht in das genehmigte Vorhaben der neuen Straßenbahnstrecke zu nehmen, die im vierten Abschnitt den Bereich vom Damaschkeplatz bis zum Hermann-Bruse-Platz umfasst. Ab dem 16. September beginnt dann die einmonatige Klagefrist. Wird niemand vor dem Oberverwaltungsgericht Klage erheben, so haben die Magdeburger Verkehrsbetriebe ab 17. Oktober Baufreiheit.

Über 330 Seiten

Wer sich allerdings genau mit den Unterlagen befassen will, wird ein bisschen Zeit mitbringen müssen. Denn der Beschluss umfasst 337 Seiten und Planunterlagen in acht Aktenordnern, berichtet die Leiterin der Planfeststellungsbehörde, Andrea Scheerenberg. Das langwierige Genehmigungsverfahren hatte etliche Einsprüche hervorgebracht. Knapp 70 Privatpersonen und Behörden hatten bis zum Erörterungstermin im Februar Bedenken gegen die geplante Strecke geäußert. Doch zum Erörterungstermin waren vergleichsweise wenige Bürger gekommen, weshalb die Behörde alle Einwendungen abwägen musste. „Aber mit den Leuten, die vor Ort waren, war wirklich ein sehr konstruktives, sachliches Gespräch möglich“, erinnert sich Andrea Scheerenberg erfreut.

Und einige Einwendungen seien auch noch in die Planung der Straßenbahntrasse eingeflossen. So wird es etwa im Bereich der Victor-von-Unruh-Straße zwischen Bahnstrecke und Kleingärten eine hochabsorbierende Sichtschutzwand geben. Außerdem hätten die Magdeburger Verkehrsbetriebe zugesichert, entlang der Strecke Lärmmessungen vorzunehmen, sobald sie in Betrieb ist. „Viele Bürger befürchten, dass es in ihrer Umgebung durch den Straßenbahnverkehr lauter wird“, erklärt Andrea Scheerenberg. Sollten die Richtwerte überschritten werden, würden die Magdeburger Verkehrsbetriebe in Sachen Lärmschutz aufrüsten. Doch erwartet wird, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden.

Vom Süden in den Kannenstieg

Die zweite Nord-Süd-Verbindung der Magdeburger Verkehrsbetriebe führt aus dem Süden Magdeburgs in den Kannenstieg. Im Bereich Wiener Straße haben die Fachfirmen bereits Gleise verlegt, auch auf der Raiffeisenstraße werden die Bauarbeiten bald beginnen können. Noch nicht genehmigt sind der fünfte und der sechste Bauabschnitt. Sie schließen am Hermann-Bruse-Platz an und ermöglichen die Fahrt bis zum Ende der Johannes-R.-Becher-Straße.

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe teilten gestern auf Nachfrage mit: „Unsere Zeitschiene wird nun planmäßig mit Ausschreibung und vorbereitenden Maßnahmen fortgesetzt.“ Zudem sei Ende Oktober beziehungsweise Anfang November eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung zum Bauabschnitt 4 vorgesehen.

Die Realisierung des Bauvorhabens ist geplant von Ende 2016, Anfang 2017 bis Ende 2019. Sobald die Bauarbeiten beginnen, werden wir gesondert informieren.

Wer im Internet die Beschlüsse einsehen möchte, erreicht sie über www.magdeburg.de --> Leben in Magdeburg --> Planen, Wohnen, Bauen -->Fachbereich Vermessungsamt und Baurecht --> Öffentliches Baurecht/Planfeststellungsverfahren --> Planfeststellungsverfahren --> 2. Nord-Süd-Verbindung. In Kürze wird es einen Shortlink geben.