Zoo Magdeburg

Kleine Giraffe aus Magdeburg tot

Schock im Zoo Magdeburg: Die kleine Giraffe ist tot. Der Bulle - ein Flaschenkind - wurde nur knapp sechs Wochen alt.

Magdeburg l Trauer im Zoo Magdeburg: Am 11. Juli 2019 ist überraschend der Giraffen-Nachwuchs gestorben. Dies teilte der Zoo am frühen Nachmittag mit. Nach ersten Erkenntnissen hatte der kleine Bulle einen Kreislaufzusammenbruch.

Die kleine Giraffe litt an einer polyarthritischen Gelenkentzündung. Ursache dieser Gelenkentzündung sei ein seltenes Bakterium der Acetobacter-Gattung, welches darüberhinaus als multiresistenter Keim gilt, so der Zoo. Diese Entzündung sei auch Grund für den steifen Gang des Jungtieres gewesen.

Wegen der Entzündung hatte das Jungtier schon seit einigen Tagen Antibiotika bekommen. In der Tierärztlichen Hochschule Hannover werden nun genauere Untersuchungen erfolgen, um Klarheit über die multifaktorielle Erkrankung zu bekommen, teilte der Zoo Magdeburg mit.

Noch am Montag hatte es eine seltene Begegnung im Zoo Magdeburg gegeben. Zoochef Kai Perret ging ins Giraffenhaus, um nach dem Jungtier zu schauen. Er setzte sich zu ihm ins Stroh. Plötzlich legte die kleine Giraffe ihren Kopf in seinen Schoß. Schnell machte Perret ein Foto mit seinem Handy.

Das Jungtier hatte von Geburt an Probleme mit den Gelenken. Anfangs waren die Gelenke in den Vorderbeinen geschwollen. Die Stellen wurden mit einer Salbe eingerieben. Der Zustand verbesserte sich.

Dennoch hatte die noch namenlose Giraffe Probleme beim Laufen. Er kam zwar von allein auf die Beine, tat sich aber beim Gehen schwer. Der Tierarzt verordnete der Giraffe Spaziergänge.

Am Dienstag erklärte Perret in einem Gespräch mit der Volksstimme, dass weitere Untersuchungen geplant seien. Eine Blutprobe habe ergeben, dass die Entzündungswerte der kleinen Giraffe etwas erhöht seien.

Mutter des Jungtieres ist Shani. Sie brachte den Kleinen überraschend am 1. Juni 2019 zur Welt. Sie verschmähte ihren Nachwuchs, weshalb dieser von den Tierpflegern mit der Flasche aufgezogen wurde.

Freud und Leid liegen in diesem Jahr im Giraffenhaus sehr nah beieinander: In der Nacht zum 24. Mai hatte Femke eine Jungtier tot zur Welt gebracht. Am Abend starb dann Femke selbst. Eine veterinärmedizinische Untersuchung ergab, dass Femke an einer Blutarmut litt. Ihr Jungtier konnte sich nicht richtig entwickeln.

Eine Woche darauf brachte plötzlich Shani ein Jungtier zur Welt. Dass die Giraffe - übrigens Tochter von Femke - trächtig war, war den Tierpflegern zwar bekannt, aber der Geburtstermin war vollkommen offen. Niemand hatte den Zeugungsakt beobachtet, weshalb auch keiner wusste, wie weit die Trächtigkeit vorangeschritten war. Die kleine Giraffe kam am Abend des Johannes-Oerding-Konzerts zur Welt.

Für Shani war es die erste Geburt. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass sie sich nicht um ihren Nachwuchs kümmerte. Vater der kleinen Giraffe war Yoda. Er starb bereits 2018.

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