Magdeburg l In OP-Saal 5 herrschte am Montag Gedränge. Grund war die Vorstellung der neuen roboter-assistierten Operationsysteme Da-Vinci im Klinikum Magdeburg. Zwei Stück dieser Modelle hat das Klinikum angeschafft und dafür tief in die Tasche greifen müssen. Rund 3,5 Millionen Euro hat das Städtische Klinikum in die Hand genommen und die Investition allein mit Eigenmitteln gestemmt, wie Klinikum-Geschäftsführerin Petra Bohnhardt sagte.

Denn „bedauerlicherweise tritt eine immer größere Lücke zwischen moderner Klinikumausstattung und entsprechender Finanzierung auf“, so Petra Bohnhardt. Das Klinikum sehe jedoch große Vorteile für die Patienten wie auch für die Operateure mit den roboter-unterstützten Systemen und habe deshalb die Investition getätigt.

Auch wenn die beiden angeschafften Systeme fabrikneu sind, so ist der Umgang mit den Geräten für die Operateure im Klinikum nichts Neues. Bereits 2011 hatte das Klinikum einen solchen Da-Vinci gekauft, war zum damaligen Zeitpunkt das erste nicht-universitäre Krankenhaus, das ein solches System nutzte. Das alte Gerät geht nun in den „Ruhestand“, wird durch die aktuellen Modelle ersetzt.

Dr. Rainer Hein, Chefarzt für Urologie und Kinderonkologie am Städtischen Klinikum, arbeitet seit Jahren bereits mit dem System und ist von den Vorteilen überzeugt. Mit dem roboterunterstützten System kann der Operateur bei minimalinvasiven Eingriffen auch auf ganz engem Raum sehr präzise arbeiten. Weitere Vorteile sind, dass die Instrumente sehr beweglich sind und dass millimetergenau ohne „Handzittern“ operiert werden kann.

System wird allein vom Operateur gesteuert

Die Vorteile für den Patienten seien, dass durch den präzisen Eingriff weniger Gewebe oder Muskel betroffen sind, was weniger Schmerzen, einen geringeren Blutverlust, weniger Wundheilungsstörungen, eine schnellere Genesung und kürzeren Krankenhausaufenthalt bedeute. Mittlerweile werde der überwiegende Teil der Operationen im Bauchraum mit dem Da-Vinci-System durchgeführt, so der Chefarzt.

Das System besteht aus zwei Teilen: zum einen eine Konsole, an der der Operateur sitzt und das Bild übermittelt bekommt. Von hier aus bewegt er die Instrumente. Zum anderen gibt es die Operationseinheit, ein vierarmiges Gestell, das über den Patienten gebracht und von dort aus in den Patienten geführt wird. Drei Arme tragen die Operationsinstrumente, einer die Kamera, die das Bild mit bis zu zehnfacher Vergrößerung und in 3D sowie HD-Qualität überträgt.

Die Operationseinheit führt keine einzige Bewegung selbstständig aus, sie wird allein vom Operateur gesteuert. Das System unterstützt lediglich die Arbeit des Operateurs. Genutzt wird das System in den Bereichen Urologie, Gynäkologie sowie Chirurgie. Da immer mehr Operateure auf das System zugreifen, wurden nun zwei angeschafft, um die OP-Zeiten noch besser abstimmen zu können.

Neben dem Städtischen Klinikum nutzt auch die Magdeburger Uniklinik das Da-Vinci-Operationssystem bereits seit Jahren.