Magdeburg l Den Prozess zur Kulturhauptstadtbewerbung abschließen und in die Zukunft blicken, das möchte Kulturbeigeordnete Regina-Dolores Stieler-Hinz und hatte zum jüngsten Kulturausschuss auch schon einige Informationen mitgebracht, wie diese aussehen soll. „Wir haben zwar nicht gesiegt, aber wir wollen ja gewinnen aus dem Kulturhauptstadt-Prozess“, sagt sie. Nach und nach sollen daher Projekte, die durch die Bewerbung angestoßen wurden, umgesetzt werden. Das Team des Bewerbungsbüros sei derzeit sehr aktiv dabei, den Plan B zu entwickeln. Konkret bedeutet das, dass die Stadt einen Laden auf dem Breiten Weg eröffnen möchte, der ein Herzstück der Magdeburger Kulturlandschaft werden soll. „Wir wollen damit in die Mitte der Stadtgesellschaft gehen und zeigen, dass wir den Plan B miteinander gestalten wollen“, sagte sie.

Der „Einladen“, wie der Raum auf dem Breiten Weg im Bereich des Katharinenturmes heißen soll, soll die Möglichkeit des Austausches bieten. Geplant sind feste und regelmäßige Öffnungszeiten am Nachmittag.

Mietvertrag bis zum Sommer geschlossen

Viele Menschen sollen auf diese Weise die Möglichkeit haben, gemeinsam zu diskutieren. Im Bewerbungsprozess sollte der Kubus hinter dem Kloster als Ort des Austausches dienen. Auch dieser solle nun abgeschlossen werden, zumal er durch Bauarbeiten noch schwieriger zu erreichen ist.

Der Mietvertrag für die Zwischennutzung eines Geschäftes auf dem Nordabschnitt des Breiten Weges sei vorerst bis zum Sommer dieses Jahres geschlossen, berichtet Stieler-Hinz im jüngsten Kulturausschuss. Ursprünglich sollte er am 1. Februar eröffnet werden. Doch aufgrund der Pandemie-Bestimmungen wird die Eröffnung nun noch einmal verschoben. Voraussichtlich Mitte Februar sollen sich die Pforten zum „Einladen“ öffnen. Viele Institutionen hätten auch schon Interesse bekundet, den Laden nutzen zu wollen.

Parallel dazu wird auch die Ausrichtung eines Kulturforums geplant, das auch zu Beginn des Bewerbungsprozesses zur Europäischen Kulturhauptstadt stattgefunden hatte. Aber auch hier werde vor dem Hintergrund der Corona-Krise noch an geeigneten Formaten gefeilt.

Digitales Forum wird dem Ziel nicht gerecht

Ein rein digitales Forum werde dem Anlass nicht gerecht, „denn wir wollen ja nicht nur abarbeiten, sondern miteinander ins Gespräch kommen“, sagte die Kulturbeigeordnete. Klar sei aber bereits, dass das Kulturforum Ende März, also noch vor Ostern, stattfinden soll. Genauere Informationen soll es zur nächsten Sitzung des Kulturausschusses geben.

Ziel der Bemühungen ist, in die Kulturstrategie 2030, an der derzeit ebenfalls gearbeitet wird, Ansätze aus der Kulturhauptstadtbewerbung einzuarbeiten. Die Hoffnung sei, dass bereits im Sommer eine Drucksache vorgelegt werden könne, aus der hervorgeht, wie es weitergehen soll. Dazu würden auch Ressourcen gebraucht, sagte Stieler-Hinz. Derzeit liefen dazu bereits Gespräche, wie sich das Land einbringen könne. Stieler-Hinz: „Wir sind dort tatsächlich auf einem sehr guten Weg.“